Eine junge Frau bedient ihr Smartphone (Foto: picture alliance/dpa | Weronika Peneshko)

Achtung: Falsche Paketbenachrichtigungen im Umlauf

Julia Lehmann   12.02.2021 | 12:45 Uhr

Da zurzeit die meisten Geschäfte geschlossen sind, bestellen viele im Internet. Zum Service bei Onlinebestellungen gehört in der Regel auch die Paketverfolgung dazu. Das nutzen zurzeit Betrüger aus. Sie verschicken eine SMS mit einem Link aufs Smartphone. Wer diesen Link anklickt, kann eine böse Überraschung erleben.

Achtung, falsche Paketbenachrichtigungen im Umlauf!
Audio [SR 3, Studiogespräch: Julia Lehmann, 12.02.2021, Länge: 03:02 Min.]
Achtung, falsche Paketbenachrichtigungen im Umlauf!
Im Studiogespräch erläutert SR-Reporterin Julia Lehmann, wie die Betrugs-SMS funktioniert und was man dagegen tun kann.

Auf den ersten Blick sehen die falschen SMS-Paketbenachrichtigungen recht normal aus. Es steht zum Beispiel drin: „Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie den Versand.“ In der SMS ist dann auch ein Link mitgeschickt, den man anklicken soll. Doch dieser Link hat es dann in sich, denn damit kann eine Schadsoftware auf das Smartphone installiert werden.

Im Zweifelsfall SMS lieber löschen

Auch im Saarland sind jetzt schon öfter solche SMS aufgetaucht und auf den ersten Blick sei gar nicht so leicht zu erkennen, dass es sich dabei um Betrugs-SMS handelt, sagt Polizeisprecher Stephan Laßotta. "Man kann sich nur schützen, indem man prüft, wer ist der Absender, ist das eine Adresse, die mir bekannt ist und erwarte ich überhaupt ein Paket?" Sein Rat lautet: Im Zweifelsfall die SMS lieber löschen.

Was kann passieren?

Wenn man den Link anklickt, kann es sein, dass eine Schadsoftware auf dem Smartphone installiert wird. Mit dieser Schadsoftware kann dann das Handy ausgespäht werden, d.h. es kann einen Zugriff auf sensible Daten wie Adressen oder Kontodaten geben. Zudem ist es möglich, dass auch kostenpflichtige SMS vom eigenen Handy verschickt werden, ohne dass man es bemerkt.

Das Phänomen an sich nicht neu. Auch früher schon wurden Daten abgegriffen, vor allem aber per E-Mail. Die derzeitige SMS-Variante nennt man „Smishing“ - eine Kombination aus den Worten „SMS“ und „Fishing“.

Was tun im Fall der Fälle?

Wenn man auf eine solche Betrus-SMS reingefallen ist und es gleich merkt, sollte man sein Smartphone am besten sofort in den Flugmodus schalten. Dann können erst einmal keine SMS mehr vom Handy verschickt werden. Ansonsten bleibt einem nur, das Handy wieder auf Werkseinstellungen zurück zu sezten. "Dann werden alle Apps, alles was drauf ist, gelöscht", sag Urs Mansmann vonm Computermagazin CT. Das heißt aber auch: Alle Daten, zum Beispiel Fotos, sind weg, ebenso wie alle Zugangsdaten - zum Beispiel zum Online-Banking. Das muss man dann alles wieder neu einrichten.

Die Polizei rät

Wenn man bemerkt, dass über das eigene Handy Fremd-SMS verschickt wurden, sollte man auf jeden Fall Anzeige erstatten. Außerdem sollte man auch bei seinem Smartphone eine Anti-Virensoftware nutzen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 12.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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