Erdbienen - friedliche und nützliche Gartenbewohner

Erdbienen - friedliche und nützliche Gartenbewohner

Lena Schmidtke   20.04.2021 | 10:00 Uhr

Bei Bienen denkt man in der Regel zuerst an unsere Honigbienen. Doch es gibt noch viele weitere, wilde Bienenarten. So zum Beispiel die Erdbiene, die jetzt im Frühjahr Hochsaison hat. Sie ist ein friedfertiger Mitbewohner im Garten und leistet zudem einen wichtigen Beitrag bei der Bestäubung.

In Deutschland sind mehr als 100 Erdbienenarten heimisch. Die meisten von ihnen sehen pelzig aus, aber die Farbe kann variieren: von schwarz über weiß bis hin zu gelb und rötlich ist alles dabei.

Erdbienen sind Einzelgänger

Der größte Unterschied zur Honigbiene ist: „Sie leben solitär, haben keine Staatenbildung", sagt Viktor Martin, der sich beruflich mit der Umsiedlung von Bienen, Wespen und Hornissen beschäftigt.

Zugang zum Bau der Erdbiene (Foto: SR/Lena Schmidtke)
Zugang zum Bau der Erdbiene

Erdbienen mögen es gerne trocken und warm, sagt Viktor Martin. Einen Bienenstock gibt es also nicht. Erdbienen haben ihr Nest - wie der Name schon sagt - in der Erde. Sie schaffen sich dort bis zu 30 Nistmöglichkeiten, erklärt der Bienenkenner.

Wichtig für das Ökosystem

Für den Nachwuchs suchen die Erdbienen Nektar und Pollen – und das macht sie so wichtig für unser Ökosystem. Vor dem Hintergrund des Bienensterbens sollten wir deshalb froh sein, dass die Wildbienen einen großen Teil der Bestäubung mit übernehmen, sagt Martin.

Friedfertige Zeitgenossen

Erdbiene (Foto: SR/Lena Schmidtke)
Friedfertige Zeitgenossen

Und Erdbienen sind sehr friedfertig. Man muss ihnen körperlich schon sehr auf die Pelle rücken, um eine Reaktion zu provozieren. Wenn man sich ihnen nur nähert, fliegen sie sofort weg. Wer Erdbienen im Garten hat, muss sich also keine Sorgen machen, gestochen zu werden.

Der Lebenszyklus der Erdbienen ist jedoch recht kurz. „Vom Schlüpfen bis zum Tod dauert es vier bis acht Wochen. Länger leben sie nicht", sagt der Bienenexperte. Und der Nachwuchs schlüpft erst nach einem oder zwei Jahren.

Hilfe für die Gartenhelfer

Erdbienen sind, wie die meisten Wildbienen, stark geschützt. Da auch sie immer mehr Lebensraum verlieren, sollte man den Tieren etwas unter die Flügel greifen - zum Beispiel durch das Aufstellen eines Insektenhauses, sagt Martin.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 20.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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