Eine Frau fasst an einen Heizkörper in ihrer Wohnung (Foto: picture alliance/dpa | Ulf Mauder)

Heizen und sparen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Interview: Christian Job   07.07.2022 | 09:45 Uhr

Die Strompreise gehen hoch, Holz ist teuer und Gas wird zudem knapp. Wie heizen wir im nächsten Winter? Und wie könnte man jetzt schon sparen?

Alle reden darüber und viele haben Ideen dazu: Energieeinsparung. Wir wollen es nun genau wissen, und zwar von einer Energieexpertin: Christine Mörgen, Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes.


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"Ein Grad Absenkung der Raumtemparatur bringt sechs Prozent Einsparung beim Brennstoff
Audio [SR 3, Moderation: Christian Job, 07.07.2022, Länge: 10:41 Min.]
"Ein Grad Absenkung der Raumtemparatur bringt sechs Prozent Einsparung beim Brennstoff
Interview mit Energiexpertin Christine Mörgen von der Verbraucherzentrale des Saarlandes

Raumwärme reduzieren
Bringt die Reduzierung der Raumtemperatur wirklich was? Die Faustformel laute: Ein Grad Absenkung der Raumtemperatur bringt ca. sechs Prozent Einsparung von Brennstoff, so Mörgen. Die Einsparung verlaufe aber nicht entsprechend linear, das heißt bei zehn Grad Absenkung gebe es keine 60 Prozent Einsparung.

Zusätzlich sollte man bei der Heizung einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen. Dabei geht es darum, den Wärmefluss in der Heizung zu optimieren. "Damit lassen sich zehn bis 15 Prozent Heizenergie einsparen."

Nachtabschaltung / Nachtabsenkung
Die Heizung einfach über Nacht ausschalten - das sei nur sinnvoll in Neubauten und in energetisch sanierten Gebäuden, sagt Mörgen. Die Räume dürften nicht komplett auskühlen, denn dann gehe auch die im Mauerwerk gespeicherte Wärme verloren.

Eine Nachtabsenkung sei hingegen auch bei älteren Gebäuden möglich, allerdings müsse man genau prüfen, wie weit die Temperatur abgesenkt werden könnte, damit es sich noch rechne.

Zusatzheizung
Die Zentralheizung etwas runter fahren und an kalten Tagen mit Ofen oder Elektroheizung zuheizen - ist das sinnvoll? Für diesen Winter noch einen neuen Ofen zu bekommen, dürfte schwierig werden, sagt die Energieexpertin. Sie plädiert deshalb dafür, besser den eigenen Energieverbrauch etwas zu reduzieren.

Neue Heizung
Eine alte Heizung durch eine neue, energieeffiziente auszutauschen sei allemal sinnvoll, sagt Mörgen. Doch für diesen Winter sieht sie dafür kaum eine Chance. "Die Heizungsfachbetriebe sind ausgebucht, Wärmepumpen und Pelletheizungen haben zurzeit Lieferzeiten von einem Jahr."

Wer über eine neue Heizung für nächstes oder übernächstes nachdenkt, sollte sich aber jetzt schon darum kümmern und ggf. jetzt schon einen Förderantrag stellen.

Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten


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Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 07.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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