Schlaflosigkeit (Foto: Michaela Begsteiger/dpa-Reportdienste)

Was tun bei Einschlafproblemen?

Lena Schmidtke   30.08.2021 | 11:45 Uhr

Schlaf ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Er sorgt dafür, dass wir erholt, leistungsfähig und konzentriert sind. Doch viele haben ein Problem mit dem Einschlafen - und das aus unterschiedlichsten Gründen. Dr. Nikolaus Rauber vom Schlafzentrum Saar verrät, wie man sich mit einfachen Mitteln das Einschlafen erleichtern kann.

„Etwa 20 bis 30 Prozent aller Menschen leiden einmal während ihres Lebens an Ein- und Durchschlafstörungen", sagt Dr. Nikolaus Rauber vom Schlafzentrum Saar. In der Einschlafphase werde der Organismus runterfahren und der Schlaf eingeleitet. Ohne diese Einschlafphase gibt es keinen Schlaf. "Die Einschlafzeit dauert fünf bis 15 Minuten, wenn sie verlängert ist, ist es eine Einschlafstörung.“

Einfach nicht müde genug

Oftmals gibt es für Einschlafprobleme einen ganz simplen Grund: Viele gehen einfach zu früh ins Bett und sind nicht müde genug. „Ein 80-Jähriger braucht fünf bis sechs Stunden Schlaf", sagt Rauber. Wer in diesem Alter um 20.00 Uhr ins Bett geht, der könne in der Regel dann nicht bis sechs Uhr am Morgen schlafen.

Auch eine zu laute oder zu helle Umgebung kann das Einschlafen erschweren, ebenso wie Fernseh schauen vor dem zu Bett gehen. Auf schnelle Schnitte oder einen spannenden Film reagierten wir unbewusst mit höherem Blutdruck und Puls, so der Schlafmediziner.

Einschlaf-Killer Gedankenkrussell

Der Einschlaf-Killer aber sei das Gedankenkarussell, sagt Rauber. „Viele Menschen können nicht abschalten. Finden keine Abgrenzung von den Problemen auf der Arbeit oder im Privaten."

Vor dem Einschlafen schon zur Ruhe kommen

„Das Wichtigste ist die Schlafhygiene", sagt Dr. Rauber. Schon bevor es ans Einschlafen gehe, sollte man deshalb versuchen, zu entspannen, zur Ruhe zu kommen. Der Weg dahin sei sehr individuell. Ob Lesen, Sterne anschauen oder Musikhören - Hauptsache es funktioniere.

Weg mit dem Smartphone

Vor dem Schlafengehen nochmal mit dem Smartphone "daddeln", das hingegen sollte man unterlassen, sagt der Schlafmediziner. Am besten sollte das Gerät ganz aus dem Schlafzimmer verbannt werden - und das nicht nur, weil es piept und vibriert. Das Blaulicht der Bildschirme unterdrücke die Melatoninproduktion und die sei beim Einschlafen essenziell.

Rituale

Helfen können hingegen Rituale vor dem Schlafengehen. "Das gleiche Prozedere ist das A und O", sagt Rauber. Und das gelte auch fürs Wochenende.“

Temperatur

Außerdem sollte es im Schlafzimmer ruhig, dunkel und etwas kühler sein. "Man schläft besser ein, wenn die Körpertemperatur absinkt. Im Schlafraum sollten es nur 16-18°C sein“, so die Empfehlung des Mediziners.

Tipps gegen den Gedankenkreise

Wer schon im Bett liegt und trotzdem nicht einschlafen kann, weil die Gedanken mal wieder kreisen, kann es mit autogenem Training probieren: „Stellt euch den bewölkten Himmel vor. In jede Wolke steckt man eine Sorge. Und dann schaut man, wie der Wind die immer weiter wegtreibt. Irgendwann hat man 'ne große Distanz.“

Alternativ kann man seine Gedanken auch aufschreiben, den Block dann zuklappen und in eine Schublade legen.

Und wenn gar nichts hilft, empfiehlt Schlafmediziner Nikolaus Rauber den Schäfchenzählen-Trick. Das Prinzip: Sich auf etwas Starres fixieren und damit alle Anspannung in den Hintergrund treten lassen.

Der Beitrag zum Anhören

Was tun bei Einschlafproblemen?
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 30.08.2021, Länge: 03:42 Min.]
Was tun bei Einschlafproblemen?

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 30.08.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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