Eier (Foto: pixabay (CC0))

Eier vom Bliesgaubetrieb - made in Niedersachsen

Quelle: Interview Theresia Weimar-Ehl   07.08.2018 | 12:30 Uhr

Wer Eier bei einem heimischen Betrieb kauft, geht in der Regel davon aus, dass sie auch von diesem Betrieb stammen. Das ist aber nicht immer so. Betriebe müssen hin und wieder Eier hinzukaufen. In diesem Fall gelte für sie aber eine Kennzeichnungspflicht, sagt Theresia Weimar-Ehl, Ernährungsspezialistin bei der saarländischen Verbraucherzentrale.

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Eier vom Bliesgaubetrieb - made in Niedersachsen
Audio [SR 3, Marc Weyrich, 07.08.2018, Länge: 02:28 Min.]
Eier vom Bliesgaubetrieb - made in Niedersachsen
Andreas aus Neunkirchen ist sauer. Um frische Eier aus der Region zu kaufen, ist er regelmäßig nach Blieskastel oder St. Ingbert auf den Wochenmarkt gefahren. Als er sich die Stempel auf den Eiern mal genauer angesehen hat, musste er entdecken: Die Eier der Geflügelfarm aus dem Bliesgau stammten aus Niedersachsen. Auch bei zwei weiteren Testkäufen stammten die Eier aus Niedersachsen bzw. Sachsen-Anhalt. Die Begründung der Senior-Chefin: "Wenn wir nicht genug Eier haben müssen wir zukaufen". Und dann müsste der Hof auch nehmen, was man vom Lieferanten bekomme.

Der Fall der Bliesgau-Eier ist keine Ausnahme: Ein Betrieb kauft zu seinen eignenen Eiern weitere dazu und verkauft sie unter seinem Namen.

Legal, aber nur mit Kennzeichnung

Wenn es Engpässe gebe, beispielsweise um die Osterzeit, dann würden die Betriebe gerne mal Eier dazukaufen, sagt Theresia Weimar-Ehl, Ernährungsspezialistin bei der saarländischen Verbraucherzentrale. Dieser Zukauf sei auch legal, müsse es aber gekennzeichnet sein. "Der Verbraucher muss am Stand sehen: Das sind Eier die vom Betrieb sind und das sind Eier, die zugekauft wurden." Wenn dies nicht der Fall sei liege ihrer Einschätzung nach eine Verbrauchertäuschung vor.

Immer auf den Stempel achten

Ihr Tipp für die Verbraucher: immer die Kennzeichnung kontrollieren. Auch ein Blick auf die Kisten, die oftmals an den Martständen stehen, könne einen wichtigen Hinweis geben, woher die Waren stammen.

Bio-Eier mit einem Stempel zur Kennzeichnung (Foto: dpa)

Die Kennzeichnung
0-DE-1384875

Die Zahl am Anfang
0- ökologisch
1- Freiland
2- Bodenhaltung
3- Käfighaltung
Buchstabenkürzel: Herkunftsland
DE - Deutschland
Mehrstellige Zahl
1384875- Kennziffer des Betriebs

Ihr Tipp für die Verbraucher: immer die Kennzeichnung kontrollieren. Auch ein Blick auf die Kisten, die oftmals an den Marktständen zu sehen seien, könnten einen wichtigen Hinweis zur Herkunft der Waren geben.

Betriebe, die gar nicht oder falsch kennzeichnen, könnten auch abgemahnt werden, sagt die Verbraucherschützerin. "Dazu braucht man aber Beweise wie zum Beispiel Fotos". Wenn ein bereits abgemahnter Betrieb dann nochmals falsch gekennzeichnete Produkte verkaufe, sei eine Geldstrafe fällig.


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Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 07.08.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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