Wasser wird aus einer Flasche in ein Glas gegossen (Foto: pixabay/congerdesign)

Wasser, Sprudel oder Selbst-Geblubbertes?

mit Informationen von Lena Schmidtke   21.04.2021 | 10:20 Uhr

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt: ohne feste Nahrung können wir mehrere Wochen überleben, ohne Wasser nur wenige Tage. Da der Köper zu 60 Prozent aus Wasser besteht, ist viel trinken essentiell. Bleibt nur die Frage was: Leitungswasser, gekauftes Mineralwasser oder selbst aufgesprudelt?

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Wasser, Sprudel oder Selbst-Geblubbertes?
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 21.04.2021, Länge: 04:09 Min.]
Wasser, Sprudel oder Selbst-Geblubbertes?

Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins und wird nur allzu gerne in der praktischen Plastikflasche gekauft. Gesünder als Leitungswasser ist das Wasser aus der Flasche nach Meinung von Experten selten, daher empfiehlt auch Ernährungsreferentin Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes Leitungswasser. Denn das sei ständig verfügbar, man müsse keine Kisten schleppen und noch dazu sei es klimafreundlich, weil es nicht transportiert werden müsse. Da es nicht in Flaschen ist, sei es außerdem deutlich günstiger als Mineralwasser, so Weimar-Ehl.

Auch bei den Inhaltsstoffen schneide es gut ab. „Selbst Leitungswasser enthält Mineralstoffe, das ist ja kein destilliertes Wasser. Hartes Wasser heißt, dass ich viele Mineralstoffe drin habe, vor allem Calcium. Ein Mineralwasser muss nicht unbedingt mehr Mineralstoffe enthalten als Leitungswasser“, erklärt die Expertin.

Wichtiger Baustein: Calcium

Oft tut es das aber, denn Mineralwasser heißt nicht umsonst Mineralwasser. Ab 250mg Calcium pro Liter könne man von gutem Mineralwasser sprechen, erklärt Orthopäde Georg Pfeier aus Saarbrücken-Schafbrücke. Denn Calcium ist ein wichtiger Baustein für den Knochenstoffwechsel. Fehlt es dem Körper an Calcium, kann es zu Osteoporose kommen. Deswegen ist es sehr wichtig, genügend Calcium aufzunehmen: 1000mg pro Tag ist die Empfehlung.

Laut Georg Pfeier müsste man allerdings acht Liter Leitungswasser trinken, um den Bedarf zu decken. "Molkereiprodukte wie Milch, Quark und Hartkäse enthalten Calcium. Außerdem ein paar Gemüsesorten, aber es reicht nicht aus, um auf 1000mg zu kommen. Da könnte man auf Mineralwasser zurückgreifen, die über viel Calcium verfügen.“ Die Alternative: Calciumtabletten – dann könnten man auch beim Leitungswasser bleiben. Denn auch Orthopäde Georg Pfeifer bevorzugt es gegenüber Mineralwasser.

Hohe Leitungswasser-Qualität

Laut Expertin Weimar-Ehl müsse man auch keine Angst vor Rückständen von Pestiziden oder Medikamenten haben. Das Leitungswasser sei durch die Trinkwasserverordnung geschützt, werde permanent überwacht und biete daher eine sehr hohe Qualität: „Die Analysemethoden sind so gut geworden, dass wir auch minimalste Rückstände im Wasser messen können. Die liegen aber weit unter der Grenze, dass sie gesundheitsgefährdend sein könnten.“

Wie gesund ist Kohlensäure?

Die Bezeichnung "Kohlensäure" steht für das im Wasser gelöste Gas Kohlendioxid. Für einen gesunden Menschen ist der Gehalt an Kohlensäure in einem Wasser - ob still, medium oder spritzig - weniger eine Frage der Gesundheit, sondern letztlich eine Frage des Geschmacks. Das bestätigt auch die Ernährungsreferentin Theresia Weimar-Ehl: "Es ist eine reine Geschmacksfrage. Kohlensäure ist weder gesünder, noch bedenklich.“

Allerdings muss die Kohlensäure im Wasser - egal ob zugesetzt oder natürlicherweise vorhanden - vom Körper verarbeitet werden. Daher merkt Theresia Weimar-Ehl auch an, dass Kohlensäure bei empfindlichen Menschen zu Magenproblemen führen könne.

Glas- oder Plastikflaschen?

„In der Regel sind Glasflaschen umweltfreundlicher als Plastikflaschen, weil sie Mehrweg sind. Aber wenn ich Mineralwasser kaufe, was von ganz weit weg kommt, dann sieht die Klimabilanz nochmal anders aus als bei einer Einwegflasche aus der Nähe,“ so Theresia Weimar-Ehl.

Pauschal kann man folglich nicht sagen, was besser ist. Optimal wäre ein regionales Mineralwasser aus der Glasflasche. Wer zur PET-Flasche gegriffen hat, muss aber gesundheitlich keine Bedenken haben. Denn laut der Ernährungsreferentin seien keine Weichmacher mehr in den PET-Flaschen. Man solle aber aufpassen, dass man diese nicht zu lange lagert, denn im Sommer im heißen Auto könnte sich dann Acetaldehyd aus der Flasche lösen. Das schadet zwar nicht, kann aber den Geschmack des Wassers verändern.

Wie wichtig ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Wichtig auch: obwohl unser Mineralwasser Jahrtausende alt ist, sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht zu sehr überschritten werden. Theresia Weimar-Ehl erklärt: „Das liegt daran, weil das Mineralwasser nicht keimfrei ist. Da könnten Bakterien drin sein, die sich vermehren. Und deswegen hat es ein Mindesthaltbarkeitsdatum.“

Ein Thema der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 21.04.2021.

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