Schattenbild einer Frau mit einem Glas und einer Flasche Wein (Foto: dpa)

Unsere Leber - "die Mutter des Lebens"

Renate Wanninger   30.11.2020 | 11:30 Uhr

Unsere Leber ist ein zentrales Organ und für sehr viele Aufgaben zuständig. Ohne Leber funktioniere praktisch nichts mehr in unserem Körper, sagt Prof. Ansgar W. Lohse. Er ist Klinikdirektor am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Koordinator des Europäischen Referenznetzwerkes für Lebererkrankungen. Doch welche Aufgaben genau hat unsere Leber, was kann ihr gefährlich werden und wie können wir sie gesund halten?

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Unsere Leber - "die Mutter des Lebens"
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 30.11.2020, Länge: 05:07 Min.]
Unsere Leber - "die Mutter des Lebens"

Die Leber sei so komplex, vielfältig und produktiv wie kein anderes Organ, sagt der Leberspezialist Prof. Ansgar W. Lohse. Und die Leber sei zudem ein "tolerantes" Organ, denn es sei kaum möglich, in der Leber eine immunologische Reaktion auszulösen. Der Grund: "Alles, was wir essen, geht über die Leber" und dadurch werde sie ständig mit vielen Fremdstoffen konfrontiert. Zum anderen sei die Leber "das zentrale Stoffwechselorgan, wo alle Medikamente und alle Nahrungsmittel verstoffwechselt werden", so Lohse.

Zudem würden in oder mithilfe der Leber praktisch alle Eiweißstoffe hergestellt, ebenso alle Gerinnungsstoffe und auch Botenstoffe wie zum Beispiel bei Entzündungen.

Die Leber - ein Organ das nachwächst

Und die Leber ist aber nicht nur tolerant und produktiv. Sie ist ein Organ, das sogar nachwachsen kann. Deshalb sei es zum Beispiel möglich, nur eine halbe Leber zu tranplantieren, sagt Prof. Lohse. Man könne bei der Leber also auch eine Teilspende machen und nach ca. drei Monaten sei bei dem Organ-Spender als auch bei dem Empfänger die Leber wieder zur vollständigen Größe nachgewachsen.

Auch die Leber hat ihre Grenzen

Aber die Leber könne auch überfordert werden, sagt Ansgar. Dann entstünden Narben bei der "Reparatur" und wenn es zu viele Narben gebe, spreche man von einer Leberzirrhose.

Um unser "Zentalorgan", wie Lohse die Leber nennt, nicht zu sehr zu strapazieren, sollte man deshalb auf seine Ernährung achten. Aber nicht nur zu üppiges Essen und zu viel Alkohol belasten die Leber. Auch extremes Fasten kann für dieses Organ problematisch werden, das heißt es, es kann zu einer Fettleberentzüngung kommen. Der Leberexpere sagt: "Die Leber mag es nicht radikal." Und selbst Obst könne für die Leber zur Belastung werden, denn die Fruktose könne nicht richtig abgebaut werden. Ein Apfel pro Tag sei o.k. - von mehr rät Lohse ab.


Buchtipp


Ansgar W. Lohse, Ulf C. Goettges: Das Schweigen der Leber (Foto: TRIAS Verlag)

Ansgar W. Lohse, Ulf C. Goettges
"Das Schweigen der Leber"

Die lebenswichtigen Geheimnisse eines stillen Organs
Erscheinungstermin: 09.12.2020 TRIAS Verlag, Stuttgart
ISBN Buch: 9783432112718
Preis: 16,99 EUR

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 30.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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