Betrug am Telefon (Foto: dpa)

Der Enkeltrick und seine Spielarten

Oliver Buchholz   06.07.2018 | 12:45 Uhr

Immer häufiger wird bei der Polizei im Saarland der sogenannte Enkeltrick angezeigt. Dabei rufen vermeintliche Verwandte bei älteren Menschen an und versuchen an Geld oder Wertsachen zu kommen.

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Der Enkeltrick und seine Spielarten
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 06.07.2018, Länge: 02:57 Min.]
Der Enkeltrick und seine Spielarten

"Hallo, rat mal wer am Telefon ist... ich bin's, deine Enkelin..." Den Enkeltrick gibt es schon lange. Über Telefon versuchen die Betrüger, Geld von den Angerufenen zu bekommen. Bevorzugte Zielgruppe: Senioren.

Saarlouis
Über 10.000 Euro Schaden durch Enkeltrick
Eine 86-jährige Frau aus Saarlouis ist Opfer eines Enkeltrick-Betrügers geworden. Nach Angaben der Polizei beläuft sich der Schaden auf über 10.000 Euro.

Die Masche ist der Polizei bekannt und sie kommt immer häufiger vor. 2013 seien der Polizei 71 Fälle gemeldet worden, im vergangenen Jahr seien es 206 gewesen, sagt Polizeisprecher Georg Himbert. In fünf Fällen ist es im letzten Jahr sogar zu einer Geldübergabe gekommen. Vermutlich dürfte es sogar noch weit mehr Fälle gegeben haben. Die Polizei geht von einer recht hohen Dunkelziffer aus. Diejenigen, die auf einen solchen Trick reingefallen seinen, würden sich häufig schämen gegenüber den Angehörigen, sagt Himbert.

Audio: Interview mit Polizeisprecher Georg Himbert

Interview: "Im Moment ist die Masche mit dem falschen Polizeibeamten vorherrschend"
Audio [SR 3, Interview: Christoph Grabenheinrich, 06.07.2018, Länge: 03:15 Min.]
Interview: "Im Moment ist die Masche mit dem falschen Polizeibeamten vorherrschend"
Wie die Telefonbetrüger vorgehen und was man im Fall des Falles tun sollte, darüber informiert der Sprecher der saarländischen Polizei, Georg Himbert im SR 3-Interview.

Spielart "Hier ist Polizeioberkommisar..."

Eine weitere Spielart des Enkeltricks: Die Täter behaupten, sie seien von der Polizei. Das kommt in der letzten Zeit ganz oft vor, sagt Himbert. Die Täter stellen sich mit einem fiktiven Namen und Rang, zum Beispiel Polizeioberkommisar, vor und behaupten, dass sie bei einer Einbrecherbande einen Zettel mit der Anschrift des Angrufenen gefunden hätten. Es werde dann nach Wertgegenständen im Haus gefragt und das Angebot gemacht, dass man diese Wertgegenstände sicherstelle. 334 solcher Anrufe sind der Polizei aus dem Jahr 2017 bekannt.

Was tun, im Fall des Falles?

Wenn jemand anruft und seinen Namen nicht nennt, sollte man auf jeden Fall misstrauisch sein, sagt Polizeisprecher Himbert. Am Telefon sollte man auf keinen Fall Details über persönliche Verhältnisse und Vermögensverhältnisse preisgeben.

Wenn die Sprache auf Geld kommt lautet sein Tipp: einfach auflegen. Weder das Ordnungsamt, noch die Bank fragen am Telefon nach Geld. Und wenn sich jemand als Verwandter ausgibt, sollte man auf jeden Fall eine Gegenfrage stellen oder sagen: "Ich ruf dich zurück".

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