Schmerzen (Foto: pixabay (CC0))

Wir beißen uns durch

  11.05.2020 | 11:45 Uhr

Die Corona-Krise macht vielen von uns zu schaffen. Das merken auch die Schmerz- und Physiotherapeuten. Sogar bei den Zahnärzten melden sich immer mehr Menschen, die Probleme mit Zähnen und Kiefer haben.

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Coronakrise: Wir beißen uns durch
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 11.05.2020, Länge: 04:13 Min.]
Coronakrise: Wir beißen uns durch

Der eine macht sich Sorgen, weil er in Kurzarbeit ist, die andere muss im Homeoffice noch die Kinder bespaßen und wieder ein anderer gehört zur Risikogruppe und hat Angst, sich zu infizieren. Aber wir beißen die Zähne zusammen und beißen uns durch, durch die Probleme. Die Redewendungen sind dabei durchaus auch wörtlich zu nehmen.

Die Zahl der Patienten mit Gesichtsschmerzen, abgeplatzten Füllungen und gebrochenen Zähnen hätte seit den Corona-Einschränkungen in ihrer Praxis deutlich zugenommen, sagt die Zahnärztin Alexandra Kares. Die Ursache: negativer Stress. Die einen beißen tagsüber die Zähne zusammen, die anderen knirschen nachts mit den Zähnen. Während man das Zähne Zusammenbeißen am Tag noch kontrollieren könne und in der Regel aufhöre, wenn es weh tue, habe man beim Knirschen nachts keine Kontrolle, so Kares. Die Kräfte könnten dabei ganz enorm sein. "Man kann sich sogar gesunde Zähne abbeißen."

Und nicht nur die Zähne können Schäden davon tragen. Auch der Kiefer und die Muskulatur können in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Muskeln verkrampfen und das wiederum führt ebenfalls zu Schmerzen.

Sport und Muskelentspannung

Doch man kann etwas gegen die Muskelverspannungen tun: Sport und Entspannungsübungen. "Sport ist das Allheilmittel der Natur bei muskulären Schmerzen", sagt die Zahnärztin. Und zur Entspannung bietet sich prinzipiell Yoga oder progressive Muskelentspannung zum Beispiel nach Jacobsen an.

Es gibt aber auch kleine Übungen, speziell für die Kaumuskulatur. Diese Übungen seien wie "Physiotherapie fürs Kiefergelenk", sagt Kares.

  • Die Zunge an den Gaumen legen und den Mund zehnmal so weit wie möglich öffnen und wieder schließen.

  • Die rechte Hand an den rechten Unterkiefer legen, mit dem Unterkiefer gegen die Hand drücken, zehn Sekunden halten und dann wieder locker lassen. Das Ganze auf der linken Seite und dann mit der Faust unter dem Kinn wiederholen.

  • Zwei Finger zwischen die Zähne von Unter- und Oberkiefer stecken, und mit den Fingern den Mund so weit wie möglich öffnen, damit sich die Muskulatur dehnt.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 11.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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