Saarlandkarte und Viren (Foto: Pixabay/SR)

Dr. Jürgen Rissland zu Fragen rund um Corona

Michael Friemel; Onlinefassung: Laszlo Mura  

Dr. Jürgen Rissland ist Leitender Oberarzt am Institut für Virologie an der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg. Regelmäßig nimmt er sich die Zeit, um Fragen rund um die Corona-Pandemie und die Schutzmaßnahmen zu beantworten.

Stellt die Ferienzeit ein Risiko dar?

Dr. Jürgen Rissland: "Zahlentechnisch leben wir auf einem sehr guten Niveau"
Audio [SR 3, Michael Friemel, 04.07.2020, Länge: 03:58 Min.]
Dr. Jürgen Rissland: "Zahlentechnisch leben wir auf einem sehr guten Niveau"
Die Ferien haben im Saarland begonnen. Die Menschen sind alle entspannter und lockerer. Der Homburger Virologe Rissland spricht im Telefoninterview mit SR-Moderator Michael Friemel unter anderem darüber, ob er die aktuelle Zeit für besonders gefährlich erachtet.

Remdesivir

EMA empfiehlt Einsatz für schwerkranke Patienten
Rissland sieht Remdesivir als hoffnungsvolles Zeichen
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt, dass das Medikament Remdesivir für die Behandlung von schwer an Covid 19-erkrankten Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt wird. Der Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Homburger Uniklinik wertet das als "ein hoffnungsvolles Zeichen".


Langfristige Schäden?

Dr. Jürgen Rissland zur aktuellen Lage
[SR 3, Michael Friemel, 20.06.2020, Länge: 04:11 Min.]
Dr. Jürgen Rissland zur aktuellen Lage

Dr. Rissland gibt Entwarnung: "Dass leichte Verläufe langfristige Schäden verursachen, davon muss man nicht ausgehen". Im Umkehrschluss heiße das aber auch, dass bei Patienten, bei denen es einen schweren Krankheitsverlauf gegeben habe und bei denen viele Organsysteme betroffen waren, man solche Folgeschäden nicht ausschließen könne, so Rissland.

Mehr Antikörper bei schwerem Verlauf

Die Schwere der Infektion hat laut Rissland auch direkten Einfluss auf die Reaktion des Immunsystems: "Je schwerer ein Verlauf war und je intensiver tatsächlich auch ein Kontakt mit dem Virus abgelaufen ist, je mehr Virusmaterial man wirklich eingeatmet hatte, umso nachhaltiger wird auch die Reaktion des Immunsystems auf diese Menge des Erregers sein." Das bedeute, dass diejenigen mit schwerem Verlauf länger geschützt sind, weil die Antikörper für längere Zeit in ihren Körpern sind.

Genaueres dazu könne man aber noch nicht sagen, das könne nur durch Langzeitstudien erforscht werden. Mit einem Impstoff rechnet Rissland frühestens in einem Jahr.


Thema in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle.

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