Virologe Dr. Jürgen Rissland  (Foto: SR)

Dr. Jürgen Rissland zu Fragen rund um Corona

 

Dr. Jürgen Rissland ist Leitender Oberarzt am Institut für Virologie an der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg. Regelmäßig nimmt er sich die Zeit, um Fragen rund um die Corona-Pandemie und die Schutzmaßnahmen zu beantworten.


"Impfstoffe wirken wohl auch gegen mutierte Virusvariante"

"Impfstoffe wirken auch gegen mutierte Viren"
Audio [SR 3, (c) SR, 16.01.2021, Länge: 03:31 Min.]
"Impfstoffe wirken auch gegen mutierte Viren"

Derzeit geht die Angst um, dass sich die mutierten Coronavirus-Varianten aus Südafrika und Großbritannien auch in Deutschland ausbreiten könnten. Nach Einschätzung von des Homburger Virologen Dr. Jürgen Rissland stellen Virusmutationen immer eine Gefahr dar, weil nicht klar ist, in welche Richtung sie sich entwickeln. Immerhin wirkten die bisher verfügbaren Impfstoffe aber ganz gut gegen die Variante aus Großbritannien.

Dass es trotz der laufenden Impfungen immer noch zu Coronaausbrüchen in Pflegeheimen kommt, führt Rissland auf zwei Dinge zurück. Erstens seien nicht alle Bewohner bereit, sich impfen zu lassen und bei den Pflegern seien es noch weniger. Außerdem wirke eine Impfung erst dann, wenn die Patienten auch ihre zweite immunisierungsspritze erhalten haben.


"Infektionszahlen trotzdem verlässlich"

Dr. Jürgen Rissland hält Testverfahren auch bei Mutation für verlässlich
[SR 3, Michael Friemel, 09.01.2021, Länge: 03:44 Min.]
Dr. Jürgen Rissland hält Testverfahren auch bei Mutation für verlässlich
Vor ein paar Wochen wurde in England eine neue Form des Coronavirus entdeckt, die deutlich ansteckender sein soll, als die bisherige. Mittlerweile wurde diese Mutation auch in Deutschland und mehreren Ländern weltweit nachgewiesen. Im Saarland wird jetzt auch danach gesucht. Michael Friemel hat u. a. darüber mit Dr. Jürgen Rissland, dem leitenden Virologen des Universitätsklinikums in Homburg, gesprochen.

Dr. Jürgen Rissland ist maßgeblich daran beteiligt, dass in einer Kooperation aus Universitat und Universitätsklinikum zu dieser mutierten Form geforscht wird. Bisher konnte sie im Saarland nicht nachgewiesen werden. Es wurde jetzt dafür gesorgt, dass Proben nach Saarbrücken gegangen seien, wo sie an der Universität untersucht würden, erzählt Rissland. "Das Testverfaren kann man grob gesprochen unterscheiden in eine Art von Suchtest und eine Art von Bestätigungstest. Deswegen muss man wirklich sicher sein, dass das Ergebnis am Ende auch wirklich richtig ist." Sobald erste Ergebnisse da sein, würde die Öffentlichkeit natürlich direkt davon erfahren, so der Virologe.

Rissland denkt nicht, dass das mutierte Virus einen Einfluss auf die Korrektheit unserer Inzidenzwerte habe. Die Anbieter der Testverfahren hätten nochmal versichert, dass sie auch "diese Mutante erkennen würden". Deswegen geht Rissland davon aus, "dass alles, was wir an Infektionszahlen haben, trotzdem verlässlich ist".


"Wir trauen den Zahlen nicht"

Nach den Modellrechnungen der Uniklinik Homburg könnte -wenn nichts dazwischen kommt - Ende Januar wieder der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen unterschritten werden. Aus derzeitiger Sicht ist das eine positive Marke, denn derzeit liegt der Inzidenzwert noch bei ca. 200. Der Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Uniklinik Homburg sieht allerdings die Gefahr, dass die derzeitigen Zahlen nicht die Realität abbilden. Es könne gut sein, dass sie deutlich höher lägen. Grund sei, dass sich wegen der Feiertage Meldungen über Neuinfektionen verzögerten.

"Wir trauen den Zahlen nicht"
Audio [SR 3, (c) SR, 02.01.2021, Länge: 04:32 Min.]
"Wir trauen den Zahlen nicht"

Kritik an Bundesgesundheitsminister Spahn wegen der Impfstoffbechaffung teilt Rissland unterdessen nicht. Im Rahmen der Möglichkeiten habe die Bundesregierung einen ganz guten Job gemacht. Vereinzelt gebe es zwar Länder, die beim Beschaffen des Impfstoffes etwas schneller gewesen seine, gleichzeitig gebe es aber auch ganz viele Länder, die weniger oder überhaupt keinen Impfstoff bekommen haben.


"Daten Prüfen auf Herz und Nieren"

Dr. Jürgen Rissland: "Daten prüfen auf Herz und Nieren"
[SR 3, Michael Friemel, 19.12.2020, Länge: 04:19 Min.]
Dr. Jürgen Rissland: "Daten prüfen auf Herz und Nieren"
Deutschland steckt zum zweiten Mal in einem harten Lockdown, für Weihnachten sind aber Lockerungen vorgesehen. Während im Saarland die Impfzentren noch startklar gemacht werden und letzte Tests laufen für die Notfallzulassung des ersten Impfstoffes, wird in den USA schon einer verabreicht und der zweite hat nun auch die Zulassung bekommen. Im Gespräch mit Michael Friemel schätzt der Virologe Dr. Jürgen Rissland die Lage ein.

In Europa nimmt man sich etwas mehr Zeit für die Notfallzulassung des ersten Impfstoffes als anderswo auf der Welt. Das ermöglicht der europäischen Arzneimittelbehörde nach Ansicht des leitenden Virologen des Universitätsklinikums in Homburg, Dr. Jürgen Rissland, "das Prüfen der Daten auf Herz und Nieren" weiter auszuweiten. Zu der Erforschung der allgemeinen Wirkung des Impfstoffes und auch der Rate der möglichen Nebenwirkungen käme noch hinzu, dass man auch Test durchführen könne in verschiedenen Subgruppen: "Ist das in allen Altersgruppen gleich ausgeprägt? Verhält es sich bei Menschen mit gewissen Vorerkrankungen genauso wie bei gesunden?" Dieses seriöse Vorgehen der Europäischen Arzneimittelbehörde sei sehr wichtig für das Vertrauen in den Impfstoff, so Rissland.

Glücklicherweise ließe die Lage in Zentral-Europa zu, diese Tests durchzuführen. In den USA zum Beispiel herrsche ein "ganz anderer Handlungsdruck". Über eventuelle Langfristnebenwirkungen werde man allerdings erst etwas sagen können, wenn man "nach der Zulassung des Impfstoffes die ganze Geschichte sehr intensiv beobachtet".


"Ein harter Lockdown ist kein Allheilmittel"

"Ein harter Lockdown ist kein Allheilmittel"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel / Dr. Jürgen Rissland, 12.12.2020, Länge: 03:47 Min.]
"Ein harter Lockdown ist kein Allheilmittel"

Der leitende Virologer am Homburger Uni-Klinikum zeigt sich davon überzeugt, dass ein harter Lockdown bis zum 10. Januar könne dafür sorgen, dass die Infektionszahlen wieder auf die kritische Marke von 50 absinken. Damit ist die Zahl der Infizierten im Wochenschnitt pro 100.000 gemeint. Derzeit liegt dieser Inzidenzwert im Saarland teilweise über 200. Damit käme das Infektionsgeschehen aber nicht zum Erliegen, es sei nur ein Wellenbrecher.

In den Krankenhäusern beginne es mit Engpässen. Das läge vor allem daran, dass qualifiziertes Personal fehle. Darum gingen Krankenhäuser dazu über, so genannte "verschiebbare Eingriffe" tatsächlich zu verschieben. Gefragt, ob Kinder Treiber der Pandemie seien, meint Rissland, es gebe kein einheitliches Bild. Es gebe Studien, die belegen, dass sie gleich häufig betroffen sind wie Erwachsene, andere Studien belegten das Gegenteil.


"Normalität voraussichtlich erst Ende 2021 wieder"

"Normalität voraussichtlich erst Ende 2021 wieder"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel / Dr. Jürgen Rissland, 05.12.2020, Länge: 02:48 Min.]
"Normalität voraussichtlich erst Ende 2021 wieder"
Viele Menschen fragen sich, ob sie sich impfen lassen sollen und auch, wann sie überhaupt an der Reihe sind. Dr. Jürgen Rissland geht davon aus, dass zunächst diejenigen geimpft werden, die Risikogruppen angehören. Dazu gehörten ältere Menschen. Je älter jemand sei, desto wahrscheinlicher sei ein schwerer Verlauf der Erkrankung. Dann natürlich diejenigen, die die Erkrankten betreuen. Viele fragen sich auch, wie lange es dauern wird, bis alle geimpft sind. Rein rechnerisch, so Rissland, werde das Jahr 2021 im Zeichen der Impfung stehen. Erst Ende des Jahres werde sich voraussichtlich langsam wieder Normalittät einstellen.


"Weiter mehrere 100 Tote pro Tag"

"Wir werden weiter mehrere 100 Tote pro Tag beklagen müssen"
Audio [SR 3, (c) SR, 28.11.2020, Länge: 04:03 Min.]
"Wir werden weiter mehrere 100 Tote pro Tag beklagen müssen"
Im Bezug auf die verkaufsoffenen Sonntag schlagen zwei Herzen in der Brust von Jürgen Rissland. Wirtschaftlich gesehen, sei das sehr wichtig. Er verstehe die Sorgen und Nöte des Einzelhandels. Vom epidemiologischen Gesichtspunkt sei es besser, möglichst wenige Kontakte zu haben. Vielleicht sei es sinnvoll, für eine begrenzte Zeit die Sonntagsöffnungszeiten zu ändern. Dagegen stehe aber das Tarifrecht. Einfach sei die Entscheidung nicht.

Derzeit gibt es 500 Tote pro Tag. Die mathematischen Modelle besagen, so Rissland, "leider, dass wir auf diesem hohen Niveau bleiben werden". Wer sich selbst ein Bild machen wolle, könne mal selbst unter www.covid-simulator.com nachsehen und auch selbst mit Zahlen den Erfahrungen machen.


"2021 im Zeichen der Corona-Impfung"

"2021 im Zeichen der Corona-Impfung"
Audio [SR 3, (c) SR, 21.11.2020, Länge: 04:07 Min.]
"2021 im Zeichen der Corona-Impfung"
Auch nachdem es zwei Pharma-Unternehmen gelungen ist, Impfstoffe gegen Covid19 zu entwickeln, glaubt der Virologe Dr. Jürgen Rissland nicht, dass die Pandemie schnell überwunden sein wird. Besonders am Anfang würden nur begrenzte Mengen an Impfstoff zur Verfügung stehen.

Außerdem müssten die Impfungen organisiert werden, was ein aufwändiger Prozess sei und die Bevölkerung das gesamte kommende Jahr begleiten werde. Darüber hinaus ist auch nicht klar, wie viele Menschen sich tatsächlich impfen lassen wollen. Auch das könne ein Ende der Pandemie hinauszögern. Die Aussage, dass die zweite Welle in Frankreich überwunden sei, sieht Rissland kritisch. Die fallenden Ansteckungszahlen gingen ganz eindeutig auf den Lockdown in dem Land zurück. Würden die Maßnahmen aufgehoben, könnten die Fallzahlen sehr schnell wieder steigen.


"Noch kein Anlass zur Entwarnung"

"Noch kein Anlass zur Entwarnung"
Audio [SR 3, Michael Friemel / Dr. Jürgen Rissland, 14.11.2020, Länge: 04:08 Min.]
"Noch kein Anlass zur Entwarnung"
Nach vierzehn Tagen des Teil-Lockdowns stellt Dr. Jürgen Rissland fest, dass der Trend in die richtige Richtung umgekehrt wurde: von einem exponentiellen in ein lineares Wachstum. Aber die Zahlen sollten weiter sinken. Darum gebe es zu diesem Zeitpunkt noch keinen Anlass für eine Entwarnung. Rissland rechnet damit, dass die Fallzahlen in den Kliniken noch ein bis zwei Derzeit sind sie nicht ganz so hoch, wie Anfang November befürchtet.

Beim Thema Impfstoff zeigt sich der Chefvirologe der Uniklinik in Homburg zurückhaltend. Die Studie sei bei zwei Dritteln ihrer Ziele angekommen. Rissland rechnet damit, dass es noch einige Zeit dauern werde. Und in jeder Phase einer solchen Entwicklung könne dazwischenkommen. Er rechne erst im neuen Jahr mit dem Impfstoff im Saarland.


"Erste Hinweise auf Abschwächung der Infektionsdynamik"

Erste Hinweise auf Abschwächung der Infektionsdynamik
Audio [SR 3, (c) SR, 07.11.2020, Länge: 03:14 Min.]
Erste Hinweise auf Abschwächung der Infektionsdynamik
Noch steigen die Coronainfektionszahlen im Saarland weiter rasant an. Nahezu täglich werden neue Rekordwerte vermeldet. Das ist auch normal, sagt der Virologe der Homburger Uniklinik Dr. Jürgen Rissland. Die Menschen, die jetzt positiv getestet würden, hätten sich bereits angesteckt, bevor die Coronaregeln verschärft worden seien. Allerdings gibt es laut Rissland Modellierungungen und Simulationen, die schon jetzt eine leichte Abschwächung der Infektionsdynamik zeigen. Insofern gebe es erste Anzeichen dafür, dass die seit Montag geltenden Regeln greifen. Allerdings könne man noch nicht abschätzen, wie gut sie wirken.


Eigene Spätfolgen-Ambulanz an der UKS

Dr. Jürgen Rissland: Eigene Ambulanz für Spätfolgen an der UKS
Audio [SR 3, Michael Friemel / Dr. Jürgen Rissland, 31.10.2020, Länge: 03:38 Min.]
Dr. Jürgen Rissland: Eigene Ambulanz für Spätfolgen an der UKS
Die Weltgesundheitsorganisiation warnt vor den Spätfolgen der Krankheit. In der Lungenklinik am UKS in Homburg wurde eine eigenen Ambulanz für Corona-Patienten aufgemacht, die an Spätfolgen leiden. Erste Erkenntnisse zeigen, so Rissland: An dieser Infektion hätten die Patienten nicht nur ein bisschen zu knabbern. Auch Leute, die ohne Risikofaktoren die Infektion durch gemacht hätten, zeigten immer noch nachhaltige Symptome und Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit.

Die neuen Corona-Beschlüsse heißt Rissland gut. Zur Forderung einiger seiner Kollegen nach Geboten statt Verboten meint Rissland, dafür sei es jetzt zu spät. Das hätte es vor zwei Monaten geben müssen. Rissland wünscht und hofft, dass die Bevölkerung die Kontaktreduzierung konsequent umsetzt. Wenn das nicht passiere, so Rissland, könne es passieren, dass die Politik die Maßnahmen fortschreiben müsse.


"Kliniken sollen planbare OPs verschieben"

Kliniken in Homburg sollen planbare OPs verschieben
Audio [SR 3, Michael Friemel / Jürgen Rissland, 24.10.2020, Länge: 03:11 Min.]
Kliniken in Homburg sollen planbare OPs verschieben
Der Corona-Krisenstab an der Homburger Uni-Klinik (UKS) hat den Klinikdirektoren der UKS empfohlen, planbare Operationen zu verschieben. Der Homburger Virologe Jürgen Rissland erklärte im SR-Interview, dies diene angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen als Vorsichtsmaßnahme.


"Wir stehen vor einer Weichenstellung"

"Wir stehen vor einer Weichenstellung"
Audio [SR 3, (c) SR, 17.10.2020, Länge: 04:00 Min.]
"Wir stehen vor einer Weichenstellung"
Der Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Uniklinik Homburg sieht die steigenden Coronazahlen mit Sorge. Die Gesellschaft stehe derzeit vor einer wichtigen Weichenstellung. In den nächsten Tagen und Wochen entscheidet sich aus Sicht des Virologen, ob die Pandemie durch die jüngst beschlossenen Maßnahmen nochmal eingedämmt werden kann oder ob sie außer Kontrolle gerät.

Die wichtigsten Maßnahmen seien weiterhin Abstand halten und Maske tragen. Von pauschalen und vorbeugenden Kitaschließungen hält Rissland nichts. Es habe sich gezeigt, dass Kinder keine wesentlichen Treiber der Pandemie seien. Deswegen solle man lieber, wie auch von der Bundesregierung geplant innerhalb der Kitas feste Gruppen bilden und differenziert beurteilen, ob eine Kita geschlossen werden muss oder nicht.


"Ich bin überrascht über die Dynamik"

Corona-Entwicklung im Saarland
Virologe Rissland überrascht über Tempo der Ausbreitung
Angesichts der stark wachsenden Zahl von Coronainfektionen rechnet die saarländische Krankenhausgesellschaft schon in wenigen Wochen mit deutlich mehr Intensivpatienten. Der Homburger Virologe Jürgen Rissland zeigte sich im SR überrascht über das Tempo der Ausbreitung.

"Durch private Feiern ausgelöst"

"Durch private Feiern ausgelöst"
[SR 3, Frank Hofmann, 10.10.2020, Länge: 04:31 Min.]
"Durch private Feiern ausgelöst"
Nach Berlin, Frankfurt und Köln reiht sich auch St. Wendel in die Städte mit alarmierenden Coronazahlen ein. Die Marke von 40 Infizierten auf 100.000 Einwohner ist geknackt. Für den Virologen Dr. Jürgen Rissland ist das zwar eine beunruhigende Entwicklung, dass es sich aber vorwiegend um einzelne gut zurückverfolgbare Cluster handelt, lässt ihn ein wenig aufatmen. Im SR-Interview mit Frank Hofmann appelliert er aber an die Saarländer, Privatfeiern doch wirklich mit Bedacht abzuhalten.

"Man sollte sich an die eigene Nase packen fragen, muss ich jetzt wirklich eine Party veranstalten und wenn ja, wie viele Leute muss ich einladen?" Weniger sei an dieser Stelle definitiv mehr.In Bezug auf die Herbstferien, die gerade begonnenen haben, hat sich Rissland auch über adäquates Reiseverhalten geäußert. Zu Hause habe man natürlich die beste Kontrolle über das Infektionsgeschehen, erklärt der Virologe. Im Moment ließe es die Lage aber zu, dass man auch reisen könne. Lediglich von Risikogebieten sollte man natürlich absehen. Außerdem sollte man sich genaustens mit seinem Reiseversicherer absprechen, für welche Szenarien eine Rückerstattung abgedeckt sei.


"Besser Stoß- als Dauerlüften"

Virologe Dr. Rissland: "Besser Stoß- als Dauerlüften"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel /Jürgen Rissland, 02.10.2020, Länge: 04:17 Min.]
Virologe Dr. Rissland: "Besser Stoß- als Dauerlüften"
Im Saarland gibt es jetzt Beschränkungen für private Feiern. Die Zahl richtet sich nach den Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern. Ob 35 oder 50, davon hängt es ab, wie groß die Beschränkungen sind. Rissland spricht von purer Mathematik. Aufs Saarland hoch gerechnet, seien das 500 insgesamt innerhalb einer Woche. Wenn das immer weiter fortschreite, könne man daraus ableiten, wie die Zahlen weiter ansteigen. Für Rissland ist aber auch wichtig, wie schnell die Zahlen steigen. Je schneller, desto rascher springe die Ampel auf Rot. Zum Thema Lüften meint Rissland, es reiche aus, einmal die Stunde zu lüften, am besten am Ende der Stunde. Am besten Querlüften, also auch die Klassentür öffnen.


"Wenn der Zug mal rollt, ist er kaum noch aufzuhalten"

"Wenn der Zug mal rollt, ist er kaum noch aufzuhalten"
Audio [SR 3, (c) SR, 26.09.2020, Länge: 03:50 Min.]
"Wenn der Zug mal rollt, ist er kaum noch aufzuhalten"
Noch hat Deutschland die Ausbreitung des Coronavirus im Griff, findet Dr. Jürgen Rissland, Virologe an der Uniklinik Homburg. In seinem wöchentlichen Coronaupdate auf SR 3 Saarlandwelle verweist er darauf, wie wichtig es ist diesen Zustand zu halten. Denn wenn der "Zug der Coronaansteckungen" erst mal richtig ins Rollen käme, sei er kaum noch zu stoppen. Das sehe man derzeit gut am Beispiel Spaniens, wo die Infektionsketten nicht mehr nachverfolgt werden können.


"Achtsamkeit ist das Motto der Stunde"

Corona-Update mit Virologe Dr. Jürgen Rissland
Audio [SR 3, Frank Hofmann sprach mit Dr. Jürgen Rissland, 19.09.2020, Länge: 04:43 Min.]
Corona-Update mit Virologe Dr. Jürgen Rissland
Ein halbes Jahr lang begleitet uns Corona jetzt schon: vor einem halben Jahr wurden die Schulen geschlossen, und die Kanzlerin hat ihre vielbeachtete Rede gehalten! Und genauso lange begleitet uns Dr. Jürgen Rissland, Leitender Oberarzt am Institut für Virologie an der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg. Denn wir haben immer neue Fragen, und die beantwortet er.

Aktuell steigen die Zahlen wieder, auch im Saarland. Virologe Dr. Rissland spricht von einem linearen, kontinuierlichen Wachstum, was man im Auge halten muss. Vor allem kleine private Feiern und Menschenansammlungen seien dafür verantwortlich Es sei kein Anlass zur Panik aber auch für Ignoranz oder Unachtsamkeit. Der Mittelweg sei das Richtige: "Achtsamkeit ist das Motto der Stunde", so Rissland.


"Unerwartet sind die Klassen in Quarantäne nicht"

"Unerwartet sind die Klassen in Quarantäne nicht"
Audio [SR 3, Interview Michael Friemel / Dr. Jürgen Rissland, 22.08.2020, Länge: 03:40 Min.]
"Unerwartet sind die Klassen in Quarantäne nicht"
Rund 200 Schüler in Quarantäne in der ersten Schulwoche, das kommt für Dr. Rissland nicht unerwartet. Allerdings hat die bisherige Strategie gut gegriffen. Keine Schule musste ganz geschlossen werden. Nach seiner Ansicht kann im Saarland erstmal weiter so verfahren werden. Im Bezug auf kostenfreie Coronatests bei Reiserückkehrern, ist Rissland zwiegespalten. Es gebe auch Reisende in Risikogebieten, die sich an alle Regeln hielten. Andererseits stehe die Solidargemeinschaft dafür ein, wenn einzelne das Risiko auf sich nähmen.

Rissland setzt jetzt darauf, dass für den Herbste eine Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdiensteskommen wird. Wichtig sei auch eine Verständigung darüber, wie künftig mit Großveranstaltungen umzugehen sei, auch mit Fastnachtsveranstaltungen.


"Wir sind wieder im Bereich eines exponentiellen Wachstums"

"Wir sind wieder im Bereich eines exponentiellen Wachstums"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel / Jürgen Rissland, 14.08.2020, Länge: 03:47 Min.]
"Wir sind wieder im Bereich eines exponentiellen Wachstums"
Die letzte Ferienwoche endet und am 17. August beginnt im Saarland wieder die Schule. Deutschlandweit lag die Zahl der Neuinfektionen in dieser Woche durchschnittlich über 1000 pro Tag. Im Saarland waren ca. zehn. Im SR-Interview sieht der Virologe Dr. Jürgen Rissland, leitender Oberarzt am Institut für Virologie der Homburger Uniklinik, gleich mehrere Besorgnis erregende Trends.


"Cluster besser als ungezielte Massentests"

"Eine ungezielte Massentestung ist weniger effektiv"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen / Dr. Jürgen Rissland, 08.08.2020, Länge: 04:06 Min.]
"Eine ungezielte Massentestung ist weniger effektiv"
In dieser Woche gab es innerhalb mehrere Tage hintereinander mehr als 1000 Neuinfektionen in Deutschland. Außerdem machen sich Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Schüler Gedanken über den Schulbeginn. Zudem sind die Corona-Tests für Reiserückkehrer verpflichtend.


Zunahme der Infektionen in der Fläche

"Wieder mehr Infektionen in der Fläche"
Audio [SR 3, (c) SR, 01.08.2020, Länge: 03:14 Min.]
"Wieder mehr Infektionen in der Fläche"
Dr. Jürgen Rissland, Virologe an der Uniklinik Homburg, ist der Meinung, dass die Bevölkerung es immer noch selbst in der Hand hat, ob es zu einer zweiten Ansteckungswelle kommt. Das die Neuinfektionen jetzt flächendeckender werden, sieht er aber mit Sorge.


Reiserückkehrer und Schulstart

Reiserückkehrer und Schulstart
Virologe Rissland mahnt zur Sorgsamkeit
Angesichts der Diskussionen um Reiserückkehrer und den geplanten Start des Regelbetriebes an Schulen und Kitas mahnt der Homburger Virologe Jürgen Rissland zur Sorgsamkeit. Jeder Einzelne habe es in der Hand, die Infektionszahlen gering zu halten, sagte Rissland dem SR.


Das Virus ist nicht verschwunden

"Das Infektionsgeschehen zieht an."
Audio [SR 3, Interview Michael Friemel/Jürgen Rissland, 25.07.2020, Länge: 03:06 Min.]
"Das Infektionsgeschehen zieht an."
Anders als etwas der sächsische Ministerpräsident Kretschmer spricht Rissland nicht von einer zweiten Welle. Das Virus verschwinde nicht spontan. Es sei die ganze Zeit über da gewesen und immer noch da. Die Infektionsdynamik scheine aber wieder anzuziehen. Das müsse natürlich sorgsam beobachtet werden.


Breitflächige Tests sind sinnvoll

"Massive Erhöhung der Tests ist gut"
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann / Dr. Jürgen Rissland, 18.07.2020, Länge: 02:32 Min.]
"Massive Erhöhung der Tests ist gut"
SR-Moderator Frank Hofmann sprach mit dem Homburger Virologen Dr. Jügen Rissland über die erhöhten Fallzahlen in Luxemburg, die neue 72-Stunden-Regelung des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz und über die erhöhte Zahl von Tests. Letzteres wird, so Rissland, mehr Sicherheit bringen, aber keine absolute.


Abstand und Mund-Nasen-Schutz wichtig

Dr. Jürgen Rissland: "Abstandsgebote sind noch sinnvoll"
[SR 3, Michael Friemel, 11.07.2020, Länge: 03:23 Min.]
Dr. Jürgen Rissland: "Abstandsgebote sind noch sinnvoll"
Aktuell gibt es im Saarland noch 16 registrierte Corona-Infizierte. Da steigt die Versuchung, die Maske abzulegen oder die Abstandsregelungen nicht ganz so streng zu befolgen. Im SR 3-Interview mit Michael Friemel hat Virologe Dr. Jürgen Rissland erklärt, warum man sich trotzdem noch an die Gebote halten sollte.


Stellt die Ferienzeit ein Risiko dar?

Dr. Jürgen Rissland: "Zahlentechnisch leben wir auf einem sehr guten Niveau"
Audio [SR 3, Michael Friemel, 04.07.2020, Länge: 03:58 Min.]
Dr. Jürgen Rissland: "Zahlentechnisch leben wir auf einem sehr guten Niveau"
Die Ferien haben im Saarland begonnen. Die Menschen sind alle entspannter und lockerer. Der Homburger Virologe Rissland spricht im Telefoninterview mit SR-Moderator Michael Friemel unter anderem darüber, ob er die aktuelle Zeit für besonders gefährlich erachtet.


Remdesivir

EMA empfiehlt Einsatz für schwerkranke Patienten
Rissland sieht Remdesivir als hoffnungsvolles Zeichen
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt, dass das Medikament Remdesivir für die Behandlung von schwer an Covid 19-erkrankten Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt wird. Der Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Homburger Uniklinik wertet das als "ein hoffnungsvolles Zeichen".


Langfristige Schäden?

Dr. Jürgen Rissland zur aktuellen Lage
[SR 3, Michael Friemel, 20.06.2020, Länge: 04:11 Min.]
Dr. Jürgen Rissland zur aktuellen Lage
Die Corona-Warn App ist an den Start gegangen, es gab einen großen Ausbruch in einem Schlachthof in Nordrhein-Westfalen und im Saarland diskutiert man, wie der Schulbetrieb nach den Sommerferien weitergeht. Michael Friemel hat mit Dr. Jürgen Rissland, dem Leitenden Oberarzt am Institut für Virologie der Uni-Klinik in Homburg über die aktuellen Fragen gesprochen.


Thema in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle.

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