Koch am Herd (Foto: pixabay (CC0))

Krank durch Corona-Infektion im Job - was tun?

Renate Wanninger   19.11.2020 | 12:45 Uhr

Bei den einen verläuft die Infektionen mit dem Corona-Virus relativ mild. Andere hingegen haben mit einem heftigen Infektionsgeschehen und /oder mit Langzeitfolgen zu kämpfen wie beispielsweise Geruchsverlust oder Konzentrationsstörungen. Wenn man sich bei der Arbeit mit dem Virus infiziert hat, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich die Covid-19-Erkrankung als Berufskrankheit anerkennen zu lassen. Doch dafür müssen entsprechende Nachweise vorliegen. Die Gewerkschaft Verdi fordert hier eine Erleichterung für die Betroffenen.

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Krank durch Corona-Infektion im Job - was tun?
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 19.11.2020, Länge: 03:03 Min.]
Krank durch Corona-Infektion im Job - was tun?

Nehmen wir an, Sie sind Koch in einem kleinen Restaurant, helfen ab und an auch noch im Service, weil – vielleicht sogar coronabedingt eine Kollegin ausgefallen ist. Dabei stecken Sie sich an, merken im Verlauf der Krankheit, dass Ihnen Geruchs- und Geschmacksinn abhandengekommen sind. Ein Fall, der als Berufskrankheit anerkannt werden muss? Aber wie macht man das?

Grundvoraussetzungen

Die Infektion müsse mit entsprechenden Krankheitssymptomen verbunden sein und über einen PCR-Test nachgewiesen werden, sagt Gewerkschaftssekretärin Lisa Summkeller. Ein einfacher Schnelltest wird also nicht anerkannt.

Der Rat: die eigene Kontaktdokumentation

Und dann müssen Sie nachweisen, dass Sie sich wirklich bei der Arbeit angesteckt haben. Und genau hier liege oft der Haken, sagt die Gewerkschafterin. "Wir empfehlen allen dringend, persönliche Dokumentation zu betreiben, um im Zweifelsfall auch selber den Nachweis erbringen zu können." Denn nicht immer kann über das Gesundheitsamt nachgewiesen werden, wo man sich angesteckt hat. Nicht zuletzt, weil durch die steigenden Infektionszahlen die Nachverfolgung der Infektionsketten für die Gesundheitsämter immer schwieriger werden.

Heißt im Klartext: Am besten jeden Abend aufschreiben, mit wem man an dem Tag wann Kontakt hatte, als später zu versuchen, dies aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren.

Die Anerkennungsquote

Die Partei „Die Linke“ schreibt dazu im Oktober:

"Nur 8171 Betroffene bekamen bisher einen positiven Bescheid und damit Anrecht auf Entschädigung oder gar Rente. Bei 18.951 angezeigten Berufskrankheiten im Zusammenhang mit Covid-19 enspricht dies einer Anerkennungsquote von bisher 43 Prozent."

Für die Beschäftigten im Gesundheitsbereich liege die Quote bei 78 Prozent sagt Verdi.

Legt man aber nur die Anerkennung in anderen Berufsgruppen zugrunde, sehe es aber weitaus schlechter aus – so die Linke im Bundestag:

"Bis zum 11. September 2020 wurden 3611 Arbeitsunfälle in Zusammenhang mit Covid-19 angezeigt und davon 92 anerkannt. Das entspricht einer Anerkennungsquote von 2,6 Prozent."

Etwas leichter haben es Arbeitskräfte, die ein massives Infektionsgeschehen im Betrieb nachweisen können - z.B. in der Fleischindustrie.

Die Gewerkschaft Verdi fordert Arbeitsgeber, Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungen auf, hier wohlwollend die Betroffenen zu unterstützen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 19.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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