an der Tankstelle (Foto: pixabay/andreas160578)

Das wird ein teurer Winter

Mit Informationen von Stephan Deppen   23.10.2021 | 05:50 Uhr

Was für eine Woche. Mit jedem Tanken wurde der Sprit teurer. Das Auto stehen lassen kann nicht jeder und auch das hilft nicht auf Dauer. Auch die wohlige Wärme zu Hause wird immer teurer erkauft. In der Politik wird nach Lösungen gesucht.

Die EU-Staaten konnten sich diese Woche nicht auf ein einheitliches Vorgehen bei den hohen Energiepreisen einigen. Kommende Woche wollen sich die EU-Energieministerinnen und -minister noch einmal damit befassen. Und auch die mutmaßlich noch vor Weihnachten gebildete neue Bundesregierung wird das Thema zügig aufgreifen müssen.

Das wird ein teurer Winter
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 23.10.2021, Länge: 02:40 Min.]
Das wird ein teurer Winter

Für Johannes Feldmann vom Deutschen Mittelstandsverband hängen die Preise nicht nur mit dem bekannten Wechselspiel von Angebot und Nachfrage zusammen. Er sagt, hohe Energiekosten in Deutschland seien kein Zufall, denn nicht der Markt allein bestimme, sondern es sei ein "Ergebnis vielfältiger zusätzlicher Abgaben und Steuern, die vom Staat herbeigeführt worden sind".

EEG-Umlage wird gesenkt

Höhere Energiekosten seien also politisch gewollt. Das Ziel: weniger Verbrauch zum Wohle des Klimas. Ein wichtiges Element ist dabei die EEG-Umlage, mit der der Bund die Bürgerinnen und Bürger zum Nutzen erneuerbarer Energien zur Kasse bittet. Immerhin die wird zum Januar gesenkt, von 6,5 auf 3,7 Cent je Kilowattstunde.

Beim Sprit an der Tankstelle ist der größte Kostenanteil die Mineralölsteuer. Würde sie gesenkt, hätten Bund und Länder deutlich weniger Einnahmen. In Frankreich hat der Wahlkampf begonnen. Dort wird der Staat auf die steigenden Energiekosten für die Bevölkerung reagieren, so Julia Borutta aus Paris.

Frankreich friert Gaspreise ein

"In Frankreich werden die Gaspreise bis Ende nächsten Jahres eingefroren. Auch die Strompreise dürfen nicht mehr als um vier Prozent steigen. Für die knapp sechs Millionen Haushalte mit geringem Einkommen gibt es außerdem einen sogenannten Energie-Scheck über 100 Euro. Und ab Dezember sollen alle, die netto weniger als 2000 Euro im Monat verdienen, noch einmal 100 Euro obendrauf bekommen."

Eine Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger wäre auch in Deutschland angesagt. Das sagen nicht nur Sozialverbände, sondern auch Karen Pittel vom Münchner ifo-Institut. Dabei geht es vor allem um Hilfen für ärmere Haushalte.

Gegebenenfalls Stützungsmaßnahmen

Eine Möglichkeit wäre höheres Wohngeld. Bundeskanzlerin Merkel allerdings ist keine Freundin von solchen staatlichen Eingriffen. Das hat sie erst diese Woche auf dem EU-Gipfel noch einmal betont.

"Ich denke, dass wir besonnen reagieren sollten. Wir in Deutschland werden das jedenfalls tun, dass wir den Markt nicht vollkommen ausschalten, sondern eher für mehr Markt sorgen sollten und im gegebenen Falle dann soziale Stützungsmaßnahmen machen."

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 23.10.2021 berichtet.

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