Sebastian Biewer und Yannik Schnitzer haben eine App ent-wickelt, die den Schadstoffausstoff eines Dieselfahrzeugs anzeigen kann (Foto: Pressefoto / Universität des Saarlandes / Oliver Dietze)

Per Handy die Abgase seines Diesels selbst auslesen

Mit Informationen von Stephan Deppten   09.10.2021 | 09:48 Uhr

Der Diesel-Skandal hat viele aufgerüttelt: Was kommt tatsächlich aus dem Auspuff raus? Das können Autofahrerinnen und Autofahrer künftig selbst ermitteln, anhand einer App. Diese wurde von Informatikern an der Universität des Saarlandes entwickelt.

Per Handy die Abgase seines Diesels selbst auslesen. Foto: Informatik-Professor Holger Hermanns, Sprecher des transregionalen Sonderforschungsbereichs „Grundlagen verständlicher Softwaresysteme“, in dessen Rahmen die Forschung um „LolaDrives“ stattfindet.
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 09.10.2021, Länge: 03:09 Min.]
Per Handy die Abgase seines Diesels selbst auslesen. Foto: Informatik-Professor Holger Hermanns, Sprecher des transregionalen Sonderforschungsbereichs „Grundlagen verständlicher Softwaresysteme“, in dessen Rahmen die Forschung um „LolaDrives“ stattfindet.

Für eine effiziente und möglichst Schadstoff-arme Verbrennung des Diesels gibt es sogenannte "Adblue-Zusätze" und eine elektronische Regelung der Systeme. Zur Zulassung ist ein sogenannte RDE-Test notwendig. Ein Test, bei dem bestimmte Messwerte nicht auf dem Prüfstand, sondern im Straßenverkehr erfasst werden.

Hier setzt die neue Erfindung der Informatiker der Saar-Universität an. Mit ihrer kostenlosen App lässt sich ein solcher Test im Sinne des Wortes nachfahren. Ein erster Test verlief erfolgversprechend.

Wer die Abgase seines eigenen Dieselfahrzeugs in Echtzeit auslesen will, braucht dafür auch einen Bluetooth-Adapter. Dieser kann die Daten auslesen. Dieser Adapter wird an den Diagnose-Stecker im Auto gesteckt. Dann muss die neue App der Uni, „LolaDrives“, auf das Mobiltelefon geladen werden. Bislang funktioniert es nur beim Android-System, bei Apple geht das noch nicht.

Mehr Transparenz mit der neuen App

Die neue App kann offizielle Verfahren nicht ersetzen, aber Indizien für Fehlfunktionen erkennen und vor allem die Transparenz beim Thema Schadstoffausstoss bei Verbrennern erhöhen, so der Informatik-Professor Holger Hermanns. Die "Datenspende" ist freiwillig und hilft den Wissenschaftlern, eine größere Datenbasis zu generieren.

Das Foto ganz oben zeigt Sebastian Biewer und Yannik Schnitzer. Sie haben die App entwickelt, die den Schadstoffausstoff eines Dieselfahrzeugs anzeigen kann.
(Pressefoto / Universität des Saarlandes / Oliver Dietze)

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 09.10.2021 berichtet.

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