Sprechzimmer in einer Arztpraxis (Foto: Monika Skolimowska / dpa Bildfunk)

Arztbesuch in Coronazeiten

Steffani Balle   18.05.2020 | 11:00 Uhr

Wer nicht unbedingt muss, geht zurzeit lieber nicht zum Arzt. Man könnte ja Gefahr laufen, sich im Wartezimmer oder bei den Praxis-Mitarbeiterinnen anzustecken - so die Meinung vieler. Manche scheuen sogar, bei akuten Problemen den Notarzt zu rufen. Falsch, sagt der Internist Dirk Jesinghaus. Wer ein dringendes medizinisches Problem hat, sollte sich jeden Fall medizinische Hilfe holen.

Aus Angst vor Corona nicht zum Arzt?
Audio [SR 3, Steffani Balle, 18.05.2020, Länge: 02:25 Min.]
Aus Angst vor Corona nicht zum Arzt?

Es gibt Situationen, da sollte man einfach den Notarzt rufen, sagt Internist Dirk Jesinghaus. "Das akute Geschehen bedarf einer akuten Therapie - Corona hin, Corona her." Und wer sich Sorgen macht, dass der Notarzt und seine Helfer vielleicht das Corona-Virus ins Haus schleppen, den kann er beruhigen. Die Kollegen hätten entsprechende Schutzausrüstungen. "Es kann nichts passieren. Wenn der Notarzt reinkommt, bringt er kein Corona ins Haus." Schutzausstattung ist mittlerweile reichlich vorhanden, so dass sich jeder Notarzt frisch eingehüllt zum nächsten Patienten begeben kann.

Wer wegen latenter medizinischer Probleme, für eine Vorsorge-Untersuchung oder zur Kontrolle regelmäßig zum Arzt muss, sollte sich auch jetzt nicht scheuen, einen Termin zu machen. Einfach hingehen, davon rät Jesinghaus dringend ab. Auch in den Praxisräumen müsse der Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten werden, das heißt, es dürfen sich deutlich weniger Patienten in der Praxis aufhalten als normalerweise.

Eine Person hält ein Telefon in der Hand (Foto: Pixabay/kalhh)

Auf jeden Fall: Telefonisch Termin vereinbaren

Jesinghaus Rat lautet deshalb: "Rufen Sie an, schildern Sie den Mitarbeiterinnen ausführlich, was Sie haben und dann findet die Praxis eine Lösung." Und sollte beim eigenen Arzt auf die Schnelle kein Termin möglich sein: Die 116117 ist die Vermittlung von Facharzt-Terminen, wenn der eigene Arzt gerade keine Kapazität mehr hat.

Auch wer akut krank ist und sich selbst ins Krankenhaus einweisen will, sollte auf jeden Fall anrufen, sonst kann es sein, dass man vor verschlossener Tür steht.

Blick in die Zukunft

Für die Zukunft erwartet sich Dirk Jesinghaus, dass ein Teil der Patienten gar nicht mehr in die Praxis kommen muss: "Wir werden mehr telefonisch regeln, aber sich auch mit Video-Sprechstunden." Dies sei für viele zwar noch ungewohnt, daber das werde sicherlich kommen.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 18.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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