Animation eines Kniegelenks mit Arthrose (Foto: pixabay / naturwohl-gesundheit)

Könnte das Arthrose sein?

Interview mit dem Arthrose-Spezialisten Prof. Henning Madry, Uniklinik Homburg

Interview: Carmen Bachmann   09.09.2019 | 11:45 Uhr

Die Volkskrankheit Arthrose betrifft den Verschleiß von Gelenken. Sie kann sehr schmerzhaft, in den Frühstadien aber trotzdem schwer zu erkennen sein. SR-Moderatorin Carmen Bachmann hat mit dem Arthrose-Spezialisten Professor Henning Madry von der Uni-Klinik Homburg über die Krankheit und neue Früherkennungsmethoden gesprochen.

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Könnte das Arthrose sein?
[SR 3, Carmen Bachmann, 09.09.2019, Länge: 05:20 Min.]
Könnte das Arthrose sein?
Interview mit dem Arthrose-Spezialisten Professor Henning Madry von der Uni-Klinik Homburg.

Es sei sehr schwierig, eine Arthrose im Frühstadium zu diagnostieren, sagt der Spezialist Prof. Henning Madry von der Uniklinik Homburg. Wenn "starke Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen" aufträten, sei die Krankheit bei vielen Patienten schon weit fortgeschritten. Mithilfe eines neu entwickelten Modells sei es der Universität des Saarlandes aber nun gelungen, den Verlauf einer Arthrose-Erkrankungen schon im Frühstadium voraussagen.

Schmerzen richtig deuten

Schmerzen seien weiterhin der entscheidende Hinweis für eine beginnende Arthrose, sagt Madry. Wenn Schmerzen in Episoden von mehr als zwei Wochen aufträten, sollte man dringend einen Orthopäden aufsuchen.

Klassische Untersuchungen, ergänzt von radiologischen Methoden wie Röntgenbildern und Kernspinntomographien könnten dann für Klarheit sorgen, so Prof. Henning Madry.

Die Forschung schläft nicht

Zusammen mit seinem Team vom Lehrstuhl "Experimentelle Orthopädie" hat Madry eine neue Methode zur Behandlung von Arthrose im Frühstadium entwickelt. Anhand von Versuchen an Schafen habe man herausgefunden, dass eine Verletzung am Meniskus, einem scheibenförmiger Knorpel im Gelenk, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Arthroseerkrankung mit sich ziehe, erklärt Madry. Schafe haben ein Kniegelenk, das dem des Menschen ähnlich ist.

"Wir sind heute soweit, dass wir Meniskusrisse oder auch Verletzungen an der Meniskuswurzel sehr gut wieder rekonstruieren können." Damit könne der Meniskus in seiner Form und Funktion erhalten bleiben und somit die Arthrose möglicherweise verhindert werden, sagt Madry.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 09.09.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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