Zecken: Tipps und Infos

Wie gefährlich ist ein Zeckenbiss?

  27.07.2020 | 10:23 Uhr

Gerade jetzt zieht es viele Saarländerinnen und Saarländer in die Natur. Deshalb ist es besonders wichtig, auf Zecken zu achten. Die Tiere übertragen verschiedene Krankheiten, die für den Menschen sehr gefährlich werden können. Zudem hat milde Winter zu einer deutlichen Vermehrung von Zecken geführt. Wie kann man sich schützen?

Das Zeckenproblem gibt es bundesweit. In südlichen Ländern ist die Zeckengefahr allerdings etwas höher. Im Saarland besteht vor allem im Saar-Pfalz-Kreis ein erhöhtes FSME-Risiko.

Gefährliche Krankheiten: FSME und Borreliose

Zeckenstiche sind nicht nur unangenehm. Die winzigen Blutsauger können über 200 verschiedene Krankheitserreger in sich tragen. Am weitesten verbreitet sind Borreliose und FSME.

Borreliose ist eine bakterielle Infektion. Ein erstes Anzeichen dafür ist eine kreisrunde Rötung um die Einstichstelle. Zuerst verursacht die Borreliose grippeähnliche Symptome. Danach können neurologische Ausfälle wie Sehstörungen oder Nackenschmerzen folgen, die sich bis zu einer Hirnhautentzündung ausweiten können.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine Virusinfektion, die zu schweren Hirnhautentzündungen führen kann. Auch sie beginnt mit Grippesymptomen. In schweren Fällen kann sie zu Lähmungen, Krampfanfällen und Koma, vereinzelt sogar zum Tod führen. Da sie durch Viren verursacht wird, gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, sobald sie ausgebrochen ist. Das Immunsystem muss dann selbst damit fertig werden. Der einzige Schutz ist eine Impfung. Diese wird besonders für Bewohner von Hochrisikogebieten empfohlen.

Gegen FSME schützt nur eine Impfung

Drei Einzelimpfungen sind nötig, um einen vollständigen Schutz gegen FSME aufzubauen. Wer sich noch für diese Saison schützen will, sollte sich dem Experten zufolge schnellstmöglich impfen lassen, da die Zeckensaison schon begonnen hat.

Kinder können ab dem ersten Geburtstag geimpft werden. Bei Kindern unter drei Jahren kann es durch die Impfung in bis zu 15 Prozent der Fälle zu einer Fieberreaktion kommen. Deshalb sollte in diesem Alter mit der Ärztin bzw. dem Arzt besprochen werden, wie hoch das tatsächliche Ansteckungsrisiko für das Kind im Einzelfall ist.


Schutzmaßnahmen vor Zecken

Insekten- und Zeckensprays versprechen viel, ob das in der Praxis so gut funktioniert, ist eher strittig. Häufig ist es so, dass sich die Zecken über diesen Geruch hinwegsetzen. Ob Hausmittel gegen Zecken helfen, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Hier ein paar Tipps, wie man sich darüber hinaus noch schützen kann.

- Nicht in hohem Gras oder im Unterholz aufhalten, da diese Orte von Zecken gern genutzt werden, um nach potenziellen Wirten Ausschau zu halten.

- Körper schützen: Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen tragen. Gegebenenfalls sollten Socken über die Hosenbeine gezogen- und festes Schuhwerk getragen werden. Zecken klettern nicht höher als 1,50 Meter und klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen fest.

- Helle Kleidung tragen, darauf lassen Zecken sich besser erkennen.

- Den Körper nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen.

- Zecke schnellstmöglich entfernen, denn der Borreliose-Erreger braucht mind. 12 Stunden, um in den menschlichen Organismus übertragen zu werden.

(Quelle: Saarländisches Gesundheitsministerium)

Wie entferne ich eine Zecke?

Zecken kann man selbst entfernen. Mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange aus der Apotheke. Wichtig ist, die Zecke direkt an der Einstichstelle dicht über der Haut packen und langsam herausziehen. Nicht den Hinterleib quetschen, da man sich sonst möglicherweise Erreger selbst in die Blutbahn presst.

Mehr zum Thema

Vorsicht Zecken!
Audio [SR 3, Steffani Balle, 27.07.2020, Länge: 04:55 Min.]
Vorsicht Zecken!
Milder Winter, heißes Frühjahr - die Zecken waren nicht nur früh dran in diesem Jahr, es sind offenbar auch besonders viele unterwegs. Jedenfalls gibt's in diesem Jahr besonders viele Zeckenbisse. Wo die Zecken lauern, wie man Vorsorge treffen kann, welche Krankheiten sie übertagen und was man im Fall der Fälle tun sollte.

Infektionen duch Zeckenbiss
Borreliose-Zahlen steigen
In den vergangenen beiden Wochen sind im Saarland die meisten Borreliose-Infektionen des Jahres registriert worden. Insgesamt gab es bislang 110 Fälle der durch Zecken übertragenen Krankheit.

Auslöser von Krankheiten wie Hirnhautentzündung
Umweltministerium rechnet mit starker Zeckensaison
Aufgrund des praktisch frostfreien Jahresbeginns ist die Zeckensaison laut saarländischem Umweltministerium bereits gestartet. Das derzeitige trockene und warme Frühjahrswetter ermöglicht den Zecken im Saarland ideale Lebensbedingungen.



Auch Thema in SR 1 'Balser & Mark Dein Morgen' am 10.07.2020.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja