Die Beschäftigten der Länder fordern sechs Prozent mehr Geld. (Foto: dpa/Bernd Wüstneck)

Länder weisen Forderungen der Gewerkschaften zurück

  06.02.2019 | 11:28 Uhr

Bei der zweiten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hoffen auch 27.000 Beschäftigte im Saarland auf mehr Geld. Im SR-Gespräch erteilte der Verhandlungsführer der Länder, Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), den Forderungen der beteiligten Gewerkschaften eine Absage.

Vor dem heutigen Beginn der Gespräche in Potsdam sagte Kollatz im Interview mit dem Saarländischen Rundfunk: „Wenn man die sechs Prozent mit den anderen Forderungen zusammenzählt, dann summiert sich das auf zehn Prozent. Und das übersteigt die Möglichkeiten der Länder bei weitem.“

Zweite Tarifrunde der Länder
Audio [SR 3, Karin Mayer, 06.02.2019, Länge: 01:16 Min.]
Zweite Tarifrunde der Länder

Die Einnahmen der Länder seien in den vergangenen Jahren zwar gestiegen - davon sollten auch die Beschäftigten profitieren. „Gleichzeitig ist es so, dass die Länder auch noch ein paar andere Themen haben. Sie müssen mit Schulden umgehen, sie müssen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen und sie haben einen großen Investitionsrückstau, den sie bewältigen müssen.“ Deshalb müsse man die neuen Spielräume gerecht verteilen: „Ein Teil soll für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen werden und ein anderer Teil ist für andere Aufgaben wichtig.“

Selbstständige Tarifverhandlungen

Gleichzeitig betonte Kollatz im Gespräch mit dem SR die Notwendigkeit selbstständiger Tarifverhandlungen der Länder für ihre Beschäftigten: „Die Länder haben mehr als doppelt so viele Mitarbeiter wie Bund und Kommunen zusammen, deshalb ist das eine grundsätzlich richtige Aufstellung.“

In Potsdam findet heute die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund eine Million Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) statt. Ein Angebot der Arbeitgeber wird nicht erwartet. Die dritte Runde ist für Ende dieses Monats geplant. Eine mögliche Einigung soll dann auf die rund 2,3 Millionen Beamten und Versorgungsempfänger in der Ländern und Kommunen übertragen werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 06.02.2019 berichtet.

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