Die Fahnen der EU, Deutschlands und Frankreichs (Foto: dpa/Michael Kappeler)

Zehn Jahre "Eurodistrict SaarMoselle"

mit Informationen von Lisa Huth   06.05.2020 | 12:55 Uhr

Vor zehn Jahren wurde der "Eurodistrict SaarMoselle" gegründet. Das Hauptziel des grenzüberschreitenden Zusammenschlusses war es, die touristische und wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter zu stärken. Eine Bilanz.

Beidseits der deutsch-franzöischen Grenze, zwischen Saar und Blies und zwischen Merle und Rosselle erstreckt sich die Region "SaarMoselle". Am 06.05.2010 wurde der sogenannte "Eurodistrict SaarMoselle" mit Sitz in Saarbrücken gegründet. Neben dem Regionalverband Saarbrücken machen die Stadtverbände Forbach und Sarreguemines, die Gemeindeverbände Faulquemont, Sarrealbe, Saint-Avold, Freyming-Merlebach und Creutzwald mit.

"Es ist einfacher, größere Projekte durchzuführen"

10 Jahre "Eurodistrict SaarMoselle"
Audio [SR 3, Lisa Huth, 06.05.2020, Länge: 03:14 Min.]
10 Jahre "Eurodistrict SaarMoselle"

Zehn Jahre nach der Gründung zieht die Geschäftsführerin des Eurodistrikts, Isabelle Prianon, eine überwiegend positive Bilanz. So sei es gelungen, größere Projekte mit mehr Fördermitteln durchzuführen - zum Beispiel bei der Rettung der Buslinie MS. Diese sorgt unter anderem für die Anbindung der lothringischen Mitarbeiter an die ZF, der Besucher an den Deutsch-Französischen Garten oder für die Schüler des Deutsch-Französischen Gymnasiums.

Vereine können sich außerdem an den Eurodistrikt wenden, wenn sie Unterstützung bei Kontaktaufnahme oder Übersetzung brauchen. Und der Eurodistrikt hat auch bei der MoSar-Vereinbarung mitgearbeitet, der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.

Oft schwierige Rechtslage

Allerdings waren anfangs ganz große Dinge angekündigt worden: ein gemeinsames großes Museum, der Ausbau der Saarbahn über Sankt Avold, gemeinsame Boulevards in Saarbrücken und Forbach. Manche dieser Ideen konnten nicht umgesetzt werden, manches könnte aber noch wahr werden.

Ein häufiges Problem bei der Projektumsetzung ist die Rechtslage: Welches Recht ist anzuwenden - das französische oder deutsche? Je nach dem bedeutete das viel mehr Bürokratie oder alles werde teurer, so Prianon. Das gilt auch für die erste echte grenzüberschreitende Kita, die zurzeit geplant wird. Man wolle hier eine gemeinsame Struktur aufbauen. Allerdings müsse man mit unterschiedlichem Personal -und Steuerrecht arbeiten, so Prianon.

Mehr Kompetenzen für Eurodistrict

Das, so hoffen alle, solle mithilfe des Aachener Vertrages vom 22. Januar 2019 besser werden: Nicht nur, dass seitdem für die Menschen und Projekte das jeweils besser passende Recht angewandt werden kann, sondern den Eurodistrikten sollen nun auch mehr Kompetenzen zugesprochen werden.

So wolle die Region Grand Est dem Eurodistrict beitreten, sagt Isabelle Prianon. Außerdem solle der Eurodistrict in den Bereichen Verkehr und Gesundheit zum offiziellen Koordinator werden.

Weitere Informationen unter:
www.saarmoselle.org

Ein Thema in de "Region am Mittag" am 06.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle .

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