Karin Mayer (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

"Die Politik hat beim Jobabbau keine echten Druckmittel"

Kollegengespräch: Gerd Heger / Karin Mayer   30.09.2020 | 16:04 Uhr

Dass gerade in der Autoindustrie und bei den Zulieferern bundesweit Tausende Jobs wegfallen, ist bekannt. Auch im Saarland teilt ein Unternehmen nach dem anderen im Saarland Stellenabbau mit. Zum Beispiel bei Bosch Rexroth sollen 150 Jobs wegfallen, bei Schaeffler fast 300. Der Wirtschaftsausschuss des Landtags hat heute Unternehmensvertreter und Betriebsräte eingeladen, um darüber zu reden.

Ein Ergebnis, so die Wirtschaftsredakteurin am SR: Bei Schaeffler ist die Tür nicht komplett zu. Das Unternehmen ist offenbar bereit, über alternative Konzepte zu sprechen. Das hat ein Vertreter von Schaeffler dem Wirtschaftsausschuss berichtet. Thomas Dettweiler, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Schaeffler in Homburg hat erfahren, dass nochmal ausgelotet werden soll, wie die Arbeitsplätze erhalten werden können. Der Standort Homburg soll weiterhin Kompetenzzentrum für Wasserstoff werden-

Deutlich schwieriger ist die Situation bei Bosch Rexroth. Aus dem Wirtschaftsausschuss kam das weiterhin klar Signal: Die Verlagerung der Industriehydraulik nach Lohr ist beschlossene Sach. Ein Unternehmenssprecher nennt dafür zwei Gründe: Es gibt mehr Konkurrenz aus China, der Markt wird damit enger und der Preisdruck größer. Die Fertigung soll deshalb an einem Standort konzentriert werden.

Schaeffler bereit zu reden

Der Jobabbau wird weder bei Schaeffler noch bei Bosch Rexroth mit den Folgen von Corona begründet. Bei Schaeffler hat der angekündigte Stellenabbau übrigens auch nichts mit dem Wechsel zur Elektromobiliät zu tun, so ein Sprecher, sondern mit einer strategischen Neuausrichtung, also einer Unternehmensentscheidung.

Die Politik hat keine echten Druckmittel an der Hand. Aber: Der Wirtschaftsausschuss hat den Unternehmen auf den Zahn gefühlt. Es ist auch ein Signal an die Unternehmen, dass die Landespolitik sich für die Arbeitsplätze einsetzen will. Auch die Landesregierung, also das Wirtschaftsministerium, hat Briefe an die Unternehmenszentralen geschrieben, Gesprächstermine angefragt. Bisher wurde da nichts vereinbart.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 30.09.2020 berichtet.

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