Amazon-Logo (Foto: picture alliance/Holger Hollemann/dpa)

Keine Ansiedlung von Großkonzernen

mit Informationen von Lisa Huth   27.02.2019 | 16:35 Uhr

In unserem Nachbardepartement Moselle liegt die Jugendarbeitslosigkeit teilweise bei 20 Prozent. Da sollte man meinen, Firmen, die sich dort niederlassen wollen, seien willkommen. Dem ist aber nicht so: Der Konzern Amazon will bei Metz seinen neuen europäischen Logistikstandort errichten und es gibt mächtig Widerstand.

Die Anwohner haben Widerspruch eingelegt: Sie fürchten Lärm, höheres Verkehrsaufkommen und Zerstörung der Natur. Dann gibt es auch Widerstand gegen den Arbeitgeber: Amazon ist nicht bekannt für gute Bezahlung, außerdem hat es das Unternehmen, wie andere amerikanische Giganten auch, geschafft in Frankreich keine Steuern zahlen zu müssen.

Vor allem von linker Seite wird also kritisiert, dass man einen solchen Konzern nicht haben wolle. Immerhin will dieser Konzern dort rund 120 Millionen Euro investieren. Mit Aufträgen an Bau- und Zulieferfirmen ist zu rechnen. Amazon will auf dem ehemaligen Militärflugplatz Frescaty bauen, also Fluglärm hat es dort immer gegeben, außerdem haben die Arbeiten schon begonnen: Telefonnetz, Lärmschutzwälle.

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Widerstand gegen Amazonansiedlung trotz hoher Arbeitslosigkeit
Widerstand gegen Amazonansiedlung trotz hoher Arbeitslosigkeit
Woher der Widerstand rührt erklärt SR-Reporterin Lisa Huth im Gespräch mit SR-Moderatorin Dorothee Scharner.

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Politik & Wirtschaft
Amazon plant Logistikzentrum bei Metz
Der Internetriese Amazon plant in Augny bei Metz ein großes, europäisches Logistikzentrum. Nach Angaben des „Républicain Lorrain“ sollen insgesamt rund 177.000 Quadratmeter Lagerfläche entstehen, dazu noch einmal knapp 8.300 Quadratmeter Büros. Rund 3000 Arbeitsplätze sollen bis 2020 entstehen. Doch es gibt auch Widerstand.

Über dieses Thema wurde auch auf SR 3 in der "Region am Nachmittag" am 27.02.19 berichtet.

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