Am 6. Februar 1919 tritt die Verfassungsgebende Deutsche Nationalversammlung in Weimar erstmalig zusammen (Foto: dpa)

"Wir gehen zu leichtfertig mit der Demokratie um"

Interview: Frank Hoffmann   06.02.2019 | 07:40 Uhr

Vor 100 Jahren, am 6. Februar 1919, ist in Weimar erstmals eine Nationalversammlung zusammengetreten, um die juristische Grundlage für die erste Demokratie auf deutschem Boden zu schaffen.

Die Nationalversammlung war bis Mai 1920 am Werk. Dann stand die Weimarer Verfassung. SR 3-Moderator Frank Hofmann hat mit Andreas Christoph Schmidt darüber gesprochen. Er ist Autor des ARD-Features "Musste Weimar scheitern?".

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Weimar wurde als Ort gewählt, weil es 1919 in Berlin zu unruhig und gefährlich war (Foto: pixabay / lapping)
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann, 06.02.2019, Länge: 02:56 Min.]
Weimar wurde als Ort gewählt, weil es 1919 in Berlin zu unruhig und gefährlich war (Foto: pixabay / lapping)

In seinem Film zeigt Schmidt, unter welchen "Versuchungen und Bedrückungen" die Wählerinnen und Wähler damals den Demokratie-Feinden widerstanden haben. Er meint, aus heutiger Sicht sei es einfach zu sagen, die Menschen damals hätten sich recht schnell Hitler ergeben. Das sei nicht der Fall gewesen.

"Die Bevölkerung muss die Demokratie tragen"

Bei seiner Arbeit habe sich eine gewisse Bewunderung für die damaligen Menschen eingestellt. Die heutigen Menschen sollten sich nicht einbilden, sie wären weiter oder klüger oder gar gefeit gegen so einen Verführer wie Hitler.

Gerade der Blick auf Weimar zeige, dass Demokratie nur dann dauerhaft sein könne, wenn sie mit einem gewissen Bewusstsein der Bevölkerung getragen und gehalten werde.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 06.02.2019 berichtet.

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