Fichten (Foto: dpa)

Immer mehr Waldschäden im Saarland

Eva Lippold / Onlinefassung Raphael Klein   09.12.2022 | 13:38 Uhr

Wie geht es dem Wald im Saarland? Mit einem Wort: schlecht. Laut dem aktuellen Waldzustandsbericht des Umweltministeriums hat sich die Situation der saarländischen Wälder in diesem Jahr erneut verschlechtert. Nur noch jeder fünfte Baum ist ohne Schäden.

Immer mehr Bäume im Saarland sterben laut des aktuellen Waldzustandsbericht des Umweltministeriums ab: Fast alle Baumarten seien von einer immer höheren Absterberate betroffen - ein Trend, der seit 2018 andauere. Eine leichte Entspannung sei nur bei Eichen und Buchen zu beobachten, heißt in dem Bericht.

Audio

"Nur noch jeder fünfte Baum ist ohne Schäden"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Eva Lippold, 09.12.2022, Länge: 03:39 Min.]
"Nur noch jeder fünfte Baum ist ohne Schäden"

Fichte und Esche geht es besonders schlecht

Die meisten Sorgen bereiten nach wie vor Fichte und Esche. Bei Letzterer ist 40 Prozent des Bestandes stark geschädigt, circa acht Prozent sind abgestorben. Die Absterberate bei der Fichte liegt bei rund sieben Prozent. Erhoben wurden die Zahlen bis August 2022. Die Folgeschäden des Dürresommers sind daher wahrscheinlich erst im nächsten Jahr absehbar.

Bei Esche und Fichte schlägt auch der Borkenkäferbefall erneut stark zu Buche. Der Schädling profitiert von den trockenen Sommern, in denen den Bäumen das Wasser fehlt, um sich mit ausreichend Harz gegen den Käfer zu schützen.

Video [aktueller bericht, 09.12.2022, Länge: 2:55 Min.]
Waldschäden im Saarland nehmen zu

Trockenster und sonnigster Sommer seit 1881

Die Ursachen liegen im Klimawandel mit immer größeren Wetterextremen, einer steigenden Durchschnittstemperatur und immer mehr Dürreperioden. 2022 war im Saarland das sonnigste und trockenste Jahr seit 1881.

Auch das 1,5 Grad-Ziel bei der Erhöhung der Durchschnittstemperatur wurde im Saarland mit 1,6 Grad bereits verfehlt. Das sei eine bedrohliche Situation für die Wälder, warnt Thomas Steinmetz vom Saarforst Landesbetrieb.

Eiche und Buche geht es relativ gut

Am besten kommen im Saarland noch Eiche und Buche mit den klimatischen Veränderungen zu recht. Sie konnten vom Regen im Frühjahr noch profitieren. Aber auch bei ihnen ist mit Folgeschäden des Dürresommers zu rechnen, die aber erst im nächsten Jahr sichtbar werden.

Umwelt-Ministerin will "resiliente Wälder" aufbauen

Umweltministerin Petra Berg (SPD) möchte die Wälder im Saarland an die neuen klimatischen Verhältnisse anpassen, um so einen widerstandsfähigen Baumbestand zu erhalten. Sie kündigte deshalb ein umfassendes Monitoring an.

Dabei wolle man versuchen, so weit es geht, auf widerstandsfähige heimische Arten zu setzen. Außerdem solle der Baumbestand verjüngt werden, so Berg. Denn es habe sich gezeigt, dass jüngere Bäume besser mit den klimatischen Veränderungen zurecht kämen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 09.12.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja