Vertical Farming an der Uni des Saarlandes (Foto: Lisa Krauser)

Platzsparender Anbau für die Landwirtschaft der Zukunft

Mit Informationen von Lisa Krauser   10.07.2021 | 13:27 Uhr

7,8 Milliarden Menschen leben derzeit auf der Erde. Laut UNO könnten es bis 2050 9,7 Milliarden sein. Viele Menschen, die alle ernährt werden müssen. Dabei werden schon jetzt nicht alle satt. Notwendig sind unter anderem bessere Anbaumethoden. Eine platzsparende nennt sich "Vertical Farming", also vertikale Landwirtschaft. Drei junge Leute aus Saarbrücken bauen gerade eine solche vertikale Farm auf dem Gründer-Campus der Uni des Saarlandes auf.

Platzsparender Anbau für die Landwirtschaft der Zukunft
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 10.07.2021, Länge: 03:03 Min.]
Platzsparender Anbau für die Landwirtschaft der Zukunft

"Vertical Farming" bedeutet, dass in die Höhe angebaut wird. Es braucht dafür keine riesigen Acker und Anbauflächen. Max, Wanda und Ivo bauen derzeit Salate, Sprossen und Kräuter auf drei Ebenen an. Diese können aber noch in die Höhe erweitert werden.

Die Farm steht auf einem Holzgerüst mit mehreren Ebenen, auf denen dicht an dicht die Pflanzen stehen. Über jeder Ebene hängen LED-Lampen, die je nachdem, was die Salate oder die Kräuter brauchen, stärker oder schwächer eingestellt werden.

Alles ist so konstruiert, dass die Pflanzen die optimalen Bedingungen zum Wachsen haben. Dazu gehört auch das sogenannte "Hydroponik-System". Das bedeutet, dass die Wurzeln statt in Erde in einer Wasser-Nährstofflösung hängen. Max hat Bio-Pharmatechnik studiert und ist der Nährstoff-Experte in der Runde.

Ebbe und Flut wird simuliert

Das System heißt Ebbe und Flut. Mal wird ein Wasserhochstand, mal ein Wasserniedrigstand simuliert, indem etwa für zehn Minuten geflutet wird, bis die Pflanzen alle mit den Wurzeln im Wasser hängen und sich vollsaugen können. Dann sinkt der Spiegel wieder ab, so dass die Pflanzen aktiv Luft ziehen können. Sie brauchen ja auch den Sauerstoff zum Überleben. Auf diese Weise wird rund 90 Prozent weniger Wasser verbraucht als in der Acker-Landwirtschaft.

Finanziert wird das Forschungsprojekt über ein Stipendium. Schon bald soll daraus eine Firma entstehen. Noch in diesem Jahr wollen sie ein Start-Up gründen und dann auch nicht mehr lange im kleinen, nach oben begrenzten Labor-Raum der Uni anbauen. Wenn das Unternehmen gegründet ist, soll es die Produkte auch im Einzelhandel geben. Der Name für das Start-Up steht schon: "Beleaf Farming". Für Ivo, Max und Wanda ist die vertikale Landwirtschaft die Landwirtschaft der Zukunft.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Sonntag" auf SR 3 Saarlandwelle am 11.07.2021 berichtet.

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