Individualverkehr (Foto: dpa)

Zwei Jahre Testregion"Mobilität und Versorgung"

Kerstin Gallmeyer   14.08.2018 | 12:45 Uhr

Mobil ohne Auto - in vielen Ecken im Nord-Saarland ist das ein Problem. Wer zum Beispiel in Wadern oder in Losheim wohnt - vor allem in den noch kleineren Ortsteilen - für den wird es schon schwierig, ohne Auto seine Lebensmittel zu besorgen. Mobilität und Versorgung sind deshalb auch im Kreis Merzig-Wadern schon länger ein Thema. Deshalb hat sich der Kreis zweiJahre lang als Modellregion an einem Bundesprogramm beteiligt. Die Ergebnisse wurden nun am 13. August in Weiskirchen vorgestellt.

„Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ - darum geht es für viele Gemeinden im Saarland -so auch im Landkreis Merzig-Wadern, der sich deshalb an zwei Jahre lang als Modellregion an einem Bundesprogramm beteiligt hat. Initiator des Programms: das Bundesverkehrsministerium. In ganz Deutschland gibt es insgesamt 18 solcher Modellregionen - alle in ländlichen Gebieten, alle mit ähnlichen Herausforderungen. Den Großteil der 220.000 Euro zahlte der Bund, gut ein Fünftel der Kreis.

Versorgung meint aber nicht nur Supermärkte, Bäckereien, Ärzte, Schulen und Kitas in der Nähe, sondern auch ihre Erreichbarkeit.

Audio

Versorgung und Mobilität im Landkreis Merzig-Wagern
Audio [SR 3, Kerstin Gallmeyer, 14.08.2018, Länge: 03:09 Min.]
Versorgung und Mobilität im Landkreis Merzig-Wagern

Am 14. August wurde in Weiskirchen das Ergebnis der Studie vorgestellt. "Wir haben im Landkreis Merzig-Wadern die höchste Pkw-Dichte im ganzen Saarland, wenn nicht sogar im ganzen Bundesgebiet", sagt Sven Lachmann vom Institut für Regionalmanagement, das das Projekt zusammen mit dem Kreis Merzig-Wadern geleitet hat. Es sei nicht einzusehen, das täglich von Ort zu Ort so viele Autos unterwegs seien, zumal meistens immer nur eine Person drin sitze. Und so lautet auch eines der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung: Damit alle mobil sein können, muss es Lösungen geben wie Mitfahrer-Initiativen.

Doch das seien Projekte, die die Gemeinden vor Ort stemmen müssten, sagt Lachmann. Und dazu gehöre auch immer die Frage: "Wer zahlt das und wer trägt das?"

Erste Ansätze

Teilweise gibt es solche Ansätzte bereits. Wadern will zum Beispiel auf Mitfahrerbänke setzen, also Bänke, auf denen man warten kann, bis jemand einen mitnimmt. In Mettlach Wehingen setzt Ortsvorsteher Stefan Ollinger auf das Projekt "Doki-Bus". Ein Bus, der die Kinder in den Kindergarten fährt und dazwischen auch alle anderen mitnimmt. Das Geld dafür kommt aus dem Modellprojekt, dem Leaderprogramm der EU und aus Spenden.

Bei bei allen Einzelprojekten, sollte jedoch einer die Fäden am Ende zusammenhalten: der Landkreis! Und dazu sagt Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich: "Wir haben das erkannt, dass hier eine Aufgabenstellung liegt, die vielleicht größer ist als das in der Vergangenheit der Fall war."

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 14.08.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Artikel mit anderen teilen