Das Gasmotorenkraftwerk an der Römerbrücke in Saarbrücken. (Foto: SR Fernsehen)

Wie wirkt sich die Gasknappheit auf das Kraftwerk Römerbrücke aus?

Emil Mura / Onlinefassung: Anne Staut   20.07.2022 | 19:45 Uhr

Im Juli ist das neue Gasmotorenkraftwerk des Energieversorgers SaarLorLux an der Römerbrücke in Saarbrücken in Betrieb gegangen. Doch durch den Krieg in der Ukraine ist Gas nur noch eingeschränkt verfügbar. Welche Folgen hat das für das Kraftwerk?

Rund 80 Millionen Euro hat Energie SaarLorLux in sein neues Gasmotorenkraftwerk (Gamor) an der Römerbrücke in Saarbrücken investiert. Es soll sehr effizient sein und jährlich rund 60.000 Tonnen CO2 einsparen.

Durch den Ukrainekrieg ist Gas aber zu einem knappen Gut geworden. Der Vorstand von Energie SaarLorLux, Joachim Morsch, beruhigt: Für das Kraftwerk sei auch weiterhin genug Gas vorhanden.

Morsch gibt Entwarnung

Am Donnerstag sollen die Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nordstream eins offiziell enden. Ganz Europa und vor allem auch Deutschland warten darauf, ob Russland den Gashahn wieder aufdrehen wird oder nicht.

Doch auch falls Nordstream eins nicht mehr in Betrieb gehen sollte und die Notfallstufe ausgerufen werde, werde das Gaskraftwerk an der Römerbrücke mit Gas versorgt, so Morsch.

"Das ist geltende Gesetzeslage, weil wir die Fernwärme-Endkunden direkt mit Fernwärme versorgen und insofern einen Versorgungsauftrag haben, analog den Endkunden, die entsprechend mit Gas versorgt werden," erläutert der Vorstand von Energie SaarLorLux.

Video [aktueller bericht, 20.07.2022, Länge: 2:59 Min.]
Gaskraftwerk an der Römerbrücke ist weiterhin mit Gas versorgt

Umstieg auf Wasserstoff denkbar

Zwar ist Gas durch den Ukrainekrieg sehr teuer geworden. Eine Fehlinvestition sei das neue Kraftwerk aber auch langfristig nicht. Die Gasmotoren seien ideal um Engpässe bei Solar- und Windenergie abzufedern. Außerdem handele es sich um eine Zukunftstechnologie.

 "Wir verbrennen im Moment Gas aber diese Motoren sind schon ausgerüstet auf die Verbrennung von Wasserstoff, wenn er in großem Maßstab dann zur Verfügung steht. Wir könnten heute schon 20 Prozent Wasserstoff zumischen und direkt verbrennen und perspektivisch kann dieses Kraftwerk auch auf 100 Prozent Wasserstoffeinsatz umgerüstet werden, es müsste dafür umgebaut werden, aber technisch möglich ist das", sagte Morsch dem SR.

Rund 400 Bürgerinnen und Bürger haben das Gasmotorenkraftwerk mitfinanziert. Für ihre Investitionen bekommen sie jährlich rund 2,3 Prozent Rendite. Auch in der jetzigen Situation sei das Geld sicher, so der Vorstand des Energieversorgers.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 20.07.2022 berichtet.

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