Ein Radweg in Saarbrücken (Foto: ADAC)

Radwegenetz soll alltagstauglicher werden

Stephan Deppen   14.01.2021 | 16:00 Uhr

Rund ein Drittel aller Bundes- und Landstraßen im Saarland sind mit einem Radweg ausgestattet. Doch nicht alle sind in einem guten Zustand. Das soll sich ändern. Und auch der über zehn Jahre alte Radverkehrsplan des Saarlandes soll überarbeitet und besser auf die Nutzung für Alltagsfahrten ausgerichtet werden. Das hat die saarländische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Anke Rehlinger am 14. Januar bekannt gegeben.

Saarländisches Radwegenetz soll alltagstauglicher werden
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 14.01.2021, Länge: 03:06 Min.]
Saarländisches Radwegenetz soll alltagstauglicher werden

Während der Corona-Pandemie sind viele Menschen für ihre Alltagsfahrten aufs Rad umgestiegen. Im Saarland ist die Nutzung des Fahrrads im Alltag aber oftmals eine Herausforderung, denn das bestehende Radwegenetz ist vor allem touristisch geprägt. Nun soll ein neuer Radverkehrsplan auch den Alltagsradlerinnen und -radlern das Fortkommen erleichtern.

Doch dazu müsse zunächst unverdrossen für das Rad und dessen notwendige Infrastruktur geworben werden, sagt Astrid Klug, Abteilungsleiterin Verkehr im saarländischen Verkehrsministerium. Für den Erfolg sei es wichtig, das Thema auch bei den Menschen im Land immer mehr "in den Köpfen zu verankern".

Video [aktueller bericht, 14.01.2021, Länge: 2:54 Min.]
Flächendeckendes Radwegenetz in Planung

LfS und Kommunen müssen zusammenarbeiten

Der Bund und das Land haben ihre Ausgaben für die Fahrrad-Infrastruktur in den letzten Jahren deutlich erhöht. Ein Beispiel ist das Beratungsangebot des Landes für Kommunen, die ihre Verkehrsräume dem Radverkehr anpassen möchten. Ein anders ist die neue Struktur im Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), wo Fahrradbelange bisher nicht immer unbedingt berücksichtigt wurden. Aber das soll besser werden.

"Wir werden zukünftig immer - bei sämtlichen Neuplanungen, bei Überplanungen oder sonstigen Planungen in unserem Hause - das Thema Rad- und Gehwege mit berücksichtigen", sagt Werner Nauerz, der Leiter des LfS. Aber der LfS sei dabei auch angewiesen auf den Austausch mit den Kommunen, so Nauerz. Und auch die Kommunen untereinander müssten sich über ihre Planungen austauschen. "Ohne die kommunalen Radwege-Konzeptionierungen ist keine sinnvolle Anbindung an unser überregionales Radwegenetz möglich."

Die Planung

Ansprüche und Mobilitätsverhalten haben sich in den letzten zehn Jahren verändert, ebenso gesetzliche Vorgaben. Es reicht also nicht, den vorhandenen Radverkehrsplan um neu entstandene Radwege zu ergänzen. Es müsse ganz neu erhoben werden, wer von wo wohin radeln möchte - in der Freizeit, aber auch im Alltag zu Schule, Arbeit, Einkaufen. Dafür müssten Routen entwickelt werden und auch Radschnellverbindungen seien ein Thema, sagt Heike Prahlow vom Planungsbüro Alrutz aus Hannover.

Anpassung der Radrouten

Neben einer fundierten Routenplanung gehört zu einem guten Wegenetz aber natürlich auch die Ausstattung der Radrouten - und das ist aufwändig. Nicht überall ist Raum für abgetrennte Radwege, Ampelschaltungen zu optimieren, Raum für mehr und auch größere Räder wie Lastenräder zu schaffen.

Der Zeitplan

In diesem Jahr soll nun erst einmal eine Bestandsaufnahme und die Befahrung erfolgen sowie auf Regionalkonferenzen die kommunale Wünschen erfassen werden. 2022 soll dann das Konzept stehen, sagt Heike Prahlow.

Bis die Fahrrad-politische Wirklichkeit anderer Regionen, etwa der Niederlande oder der Stadt Kopenhagen, im Saarland konkret ankommt, wird es also noch dauern. Dabei sind diese positiven Beispiele aus aller Welt längst und hinlänglich bekannt. Radfahrerinnen und -fahrer brauchen also im Saarland auch weiterhin erst mal Geduld und Mut.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 14.01.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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