Gaszähler (Foto: SR)

Wie sich die Gasumlage auf Handwerk und Gesellschaft auswirkt

Elena Jörger mit Informationen von Nadine Thielen   21.09.2022 | 15:36 Uhr

Das Heizen könne teurer werden, denn um Gasimporteure zu stützen, sollen Verbraucher in Deutschland mehr bezahlen. Das könne erhhebliche Auswirkungen auf das saarländische Handwerk haben.

Mit der Gasumlage werde der erhöhte Einkaufspreis der Importeure an die Kunden weitergegeben. Auf die Gasnutzer komme ein Umschlag von 2,419 Cent pro Kilowattstunde zu. Die ersten Abschlagszahlungen sollen nach aktuellem Stand frühestens im November an Unternehmen gehen.

Gasumlage als Brücke zu Uniper

Im Falle der börsenorientierten Gesellschaft Uniper Se, werde die Gasumlage hinfällig, denn der Bund will das Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen. Doch bislang gebe es keine Anstalten, die Gasumlage fallen zu lassen. Der Politiker der Grünen und Initiator der Gasumlage Robert Habeck, sehe die Gasumlage als wichtige Brücke, bis dann die Übernahme von Uniper in trockenen Tüchern ist.

"Wir brauchen eine Härtefallregelung"
Audio [SR 3, Nadine Thielen, 21.09.2022, Länge: 04:18 Min.]
"Wir brauchen eine Härtefallregelung"


Folgen im saarländischen Handwerk

Die Gasumlage würde auch viele Saarländer betreffen. Gerade das Handwerk müsse sich auf hohe Kosten einstellen. Bernd Wegner, dem Präsidenten der Handwerkskammer des Saarlandes erklärt: "wenn sie den Metallbau sehen, wo mit Energie gearbeitet wird, dort explodieren die Preise in einer wahnsinnigen Schnelligkeit. Wir haben seit dem Januar 2022 62 Prozent mehr Energiekosten über das gesamte Handwerk gesehen und beim Backwerk reden wir von einem dreieinhalb fachen des Energiepreises, den sie vor einem Jahr gehabt haben.

Lieferschwierigkeiten belasten das Handwerk zusätzlich

Lieferschwierigkeiten können das Handwerk auf weitere Proben stellen. Beim Dachbau komme es zu Lieferverzögerungen. "Im Moment sind die Belastungen so hoch, dass wir wirklich Angst haben vor diesem Winter, dass uns auch eine Insolvenzwelle bevorsteht und deshalb fordern wir als Saarlänsisches Handwerk, als Handwerk insgesamt, das in diesem Bereich schnell geholfen wird", betont Bernd Wegener. Er fordert: "Wir brauchen eine Härtefallregelung."

Gasumlage für Handwerksbetriebe vermeiden

Die Gasumlage könne vermieden werden. "Also ich würde mir wünschen, das wir die Gasumlage nicht brauchen. Ich könnte mir Regelungen vorstellen, ähnlich wie Spanien es macht, eine sogenannte Energiepreisbremse einzuführen und das schon beim Großhandel angesetzt, damit der Marktpreis eine bessere und somit günstigere Fügung erhält.",äußert der Präsident der HWK.

Profit an der Energiekrise

Die Energiekrise sei für einige Betriebe profitabler als für andere Handwerksbetriebe. Denn Heizungsbauer seien jetzt stärker gefragt, denn je. Bernd Wegener erklärt: "Mit Sicherheit ist alles was mit Energie sparen und neuen Geräten zu tun hat, für das Handwerk positiv, aber momentan haben wir gar nicht genügend Fachkräfte, um einen Vorteil wahrzunehmen."

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" vom 21.09.2022.

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