Uni-Klinik Homburg (Foto: SR)

Kopfschütteln im U-Ausschuss über Aufklärungsarbeit

Thomas Gerber   11.12.2019 | 17:12 Uhr

Der Untersuchungsausschuss zu den Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch an der Homburger Uniklinik (UKS) hat am Mittwoch seine Beweisaufnahme fortgesetzt. Drei Zeuginnen wurden vernommen. Sie sind Anwältinnen von Opfern der mutmaßlichen Übergriffe von Assitenzarzt Matthias S. in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

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Kopfschütteln im U-Ausschuss
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 11.12.2019, Länge: 03:13 Min.]
Kopfschütteln im U-Ausschuss

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Video [aktueller bericht, 11.12.2019, Länge: 2:52 Min.]
U-Ausschuss im Missbrauchsskandal setzt Beweisaufnahme fort

Der U-Ausschuss hat seine Arbeit nun so richtig aufgenommen. In einem Parlament kann es nicht darum gehen, die Frage endgültig zu klären, ob es denn den sexuellen Missbrauch tatsächlich gegegben hat. Ziel muss es vielmehr sein, politische, strukturelle und auch persönliche Verantwortlichkeiten für mögliche Fehler zu klären.

Fehler, die am Mittwoch von allen drei Opferanwältinnen klar benannt worden sind. Zu lange seien die Opfer und deren Eltern über den bestehenden Verdacht von der Uniklinik selbst aber auch von der Staatsanwaltschaft im Unklaren gelassen worden.

Heimlich Genitalien fotografiert

Opferanwältin Rosetta Puma vertritt drei Opfer, darunter einen damals fünf Jahre alten Jungen. Er gehörte zu jenen 34 Verdachtsfällen, die in der Strafanzeige der Uniklinik gegen Assistenzarzt Matthias S. genannt worden waren. Die sogenannte "Spur 29", die dann letztlich auch zur Hausdurchsuchung bei Matthias S. in Zweibrücken geführt hatte.

S. hatte die Geniatalien des Jungen fotografiert, ohne Wissen der Eltern. Die Fotos aber fanden sich nicht in der Krankenakte sondern wurden bei der Hausdurchsuchung sichergestellt.

Warum wurde niemand informiert?

Aufzuklären ist, warum damals alle still hielten, warum Opfer ihrer Rechte beraubt wurden. Warum wurden sie nicht informiert? So konnten sie nicht zivilrechtlich gegen die Uniklinik vorgehen, um Schmerzensgeld zu fordern.

Laut einer Pressemitteilung der Uni ist eine externe Gutachterin zu dem Ergebnis gekommen, dass es nach Aktenlage keine sexuellen Übergriffe gegeben habe. Nicht nur für Opferanwältin Puma eine Ungeheuerlichichkeit. Das seinen Akten gewesen, die bei der "Spur 29" nicht vollständig waren

Das Aufklärungsverhalten der Uni-Klinik sogt beim U-Ausschuss des Landtags für Kopfschütteln. Die Abgeordneten wollen ihre Aufklärungsarbeit noch vor der Weihnachtspause fortsetzen. Kommenden Dienstag soll der Sonderermittler gehört werden, den die Staatskanzlei im Sommer eingesetzt hatte.

U-Ausschuss im Missbrauchsskandal
Opferanwältinnen werfen Klinik Versagen vor

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 11.12.2019 berichtet.

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