LSVS Informationstafel  (Foto: SR)

"Wirtschaftsprüfer Hans hat sich kritischer geäußert als zu Jahresbeginn"

Studiogespräch: Dorothee Scharner/Christoph Grabenheinrich   11.09.2018 | 16:45 Uhr

Am 11. September waren vor den Untersuchungsausschuss zum Finanzdebakel beim Landessportverbandes geladen: Paul Hans, ehemaliger Geschäftsführer des LSVS, der derzeitige stellvertretende Hauptgeschäftsführer André Forsch und Wirtschaftsprüfer Peter Hans, der sich seit Ende vergangenen Jahres über das Zahlenwerk beim LSVS beugt und die Arbeit seiner Vorgänger prüfen und bewerten soll. Im Studiogespräch berichtet SR-Reporter Christoph Grabenheinrich, was bei der Sitzung des U-Ausschusses herausgekommen ist.

Paul Hans, der ehemalige Geschäftsführer des LSVS, machte vor dem Untersuchungsausschuss am 11. September von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Die Abgeordneten hatten dafür Verständnis, denn schließlich ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft gegen Paul Hans wegen möglicher Beihilfe zur Untreue. Auch sein derzeitiger Nachfolger, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer André Forsch, konnte bei dem Termin wenig beitragen, da er zu der fraglichen Zeit keine Haushaltsverantwortung hatte.

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Studiogespräch: "Wirtschaftsprüfer Hans hat sich kritischer geäußert als zu Jahresbeginn"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Dorothee Scharner/Christoph Grabenheinrich, 11.09.2018, Länge: 03:20 Min.]
Studiogespräch: "Wirtschaftsprüfer Hans hat sich kritischer geäußert als zu Jahresbeginn"

Am ausführlichsten äußerte sich der derzeitige Wirtschaftsprüfer Peter Hans. Er erklärte, dass die Zahlen seiner Vorgänger im Prinzip zwar richtig gewesen seinen, allein die Schlüsse, die daraus gezogen wurden, seien zum Teil völlig falsch gewesen. Es sei nicht erkannt worden, dass das vorhandene Defizit wesentlich größer ist, als es eingeschätzt wurde.

Unterschiedliche Bewertung der Verantwortlichkeiten

SPD und CDU bewerten die Verantwortlichkeiten für das Finanzdebakel beim Landessportverband LSVS mittlerweile unterschiedlich. Im Endeffekt streiten sich CDU und SPD, wer genau es hätte erkennen können: Nur Experten, also Wirtschaftsprüfer - oder eben nicht doch auch das Präsidium, wenn es genau hingeschaut hätte. Für die Linke ist hingegen klar: Die finanzielle Schieflage sei auf jeden Fall erkennbar gewesen.


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Die Finanzaffäre beim LSVS
Der Landessportverband für das Saarland (LSVS) ist von einer Finanzaffäre betroffen. Seit Bekanntwerden im Dezember vergangenen Jahres dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Wir zeichnen die bisherige Entwicklung nach.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 11.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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