Pakete mit gepresstem Plastikmüll auf einem Platz (Foto: SR)

Was wäre, wenn unser Müll in Deutschland bliebe?

ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN - Bleibt alles anders"

Sarah Sassou   16.11.2020 | 12:55 Uhr

Kinder, die sich durch riesige Mülldeponien mit stinkendem und zum Teil auch giftigem Abfall wühlen, um Verwertbares wie Plastik und Metallschrott zu finden - Bilder, die man immer wieder sieht. Weil Plastik und Metallschrott so schwierig aufzubereiten sind, werden sie in großen Mengen ins Ausland verkauft. Damit sind wir das Problem los sind - könnte man böse formulieren. Aber was wäre, wenn unser Müll in Deutschland bliebe und wir uns selbst um unseren Müll kümmern müssten?

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ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN": Was wäre, wenn unser Müll in Deutschland bliebe?
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 16.11.2020, Länge: 03:27 Min.]
ARD-Themenwoche "#WIE LEBEN": Was wäre, wenn unser Müll in Deutschland bliebe?

Was wäre, wenn sich vor der Haustür die gelben Säcke seit Wochen stapeln, man auf den Gehwegen Slalom laufen müsste, um ausrangierte Waschmaschinen, Backöfen und Fernseher? Dann könnte das eine Folge davon sein, dass wir den Teil unseres Abfalls im Land behalten, den wir sonst nach Asien, Afrika oder Osteuropa exportieren.

Gut eine Million Tonnen Plastikabfälle pro Jahr, also etwa ein Sechstel des gesamten Plastikabfalls, wird aus Deutschland exportiert. Denn diese Menge würde unser Verwertungssystem überfordern. Die Recyclingfirmen, die Müll in Deutschland weiterverarbeiten, können nicht mit allen Kunststoffarten etwas anfangen, denn viele Verpackungen sind aus ganz unterschiedlichen Stoffen zusammengesetzt.

Die Länder, die unseren Müll kaufen, sind technisch nicht besser aufgestellt als unsere Firmen, aber es geht ums Geld - ca. 325 Millionen Euro pro Jahr. Zu glauben, mit dem Export des Mülls ist das Problem aus der Welt, ist jedoch ein Irrglaube. Müll sei ein globales Problem, sagt nicht nur Luzia Pesch. Sie erklärt angehenden Lehrerinnen und Lehrern, wie sie im Unterricht Nachhaltigkeitsthemen einbringen können. Eine Lösung des Verpackungsmüll-Problems sieht sie aber vor allem bei den Herstellern.

Elektroschrott (Foto: pixabay/dokumol)
Elektroschrott

Und dann ist da ja noch der Elektroschrott, der sich auf den Wertstoffhöfen stapelt. Die Geräte werden in spezielle Betriebe transportiert und dort auf Wiederverwendung geprüft. Sind sie kaputt, werden sie zerlegt und Schadstoffe entsorgt. Aber auch hier reichen die Kapazitäten nicht für die anfallende Menge. Neben der Entsorgung ins Ausland gäbe es hier vielleicht die Möglichkeit, wieder mehr auf Haltbarkeit und Reparaturfähigkeit zu setzen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 16.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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