Der Sulzbacher Bahnhof (Foto: Uwe Jäger)

Grüne fordern Investitionsoffensive

Bahnhöfe im Saarland

Oliver Buchholz   28.12.2018 | 13:10 Uhr

Dreckig, verwahrlost, trostlos. So präsentieren sich vor allem die kleinen Bahnhöfe im Land. Weil sie das Bahnfahren fördern wollen, kritisieren diesen Umstand vor allem die Grünen im Saarland. Deren Bundestagsabgeordneter Markus Tressel fordert deshalb eine Investitionsoffensive.

Landesweit fehlen Warteräume, Infotafeln, Parkplätze, Fahrradständer, Schließfächer und Toiletten. Das hat die Anfrage des Saar-Grünen-Chefs und Bundestagsabgeordneten Markus Tressel ergeben. Demnach gibt es lediglich an jedem siebten Bahnhof wettergeschützte Warteräume mit Sitzgelegenheiten. Vor allem ältere und behinderte Menschen würden darunter leiden, so Tressel.

Kritik auch von Pro Bahn

Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht den Zustand der Bahnhöfe im Saarland ebenfalls kritisch. Der stellvertretende Landesvorsitzende Martin Mendel sagte dem SR, er wünsche keinem Reisenden auch nur eine halbe Stunde Aufenthalt. Problematisch sei vor allem die Anzahl der Toiletten: Gerade einmal acht von 77 Bahnhöfe sind mit Toiletten ausgestattet. Auch an größeren Bahnhöfen wie Völklingen, St. Ingbert oder St. Wendel gibt es keine WCs.

Tressel fordert die Deutsche Bahn, Bund, Land und Kommunen auf, in die Bahnhöfe zu investieren. Wer die Mobilitätswende ernst nehme und die Attraktivität des ÖPNV steigern wolle, müsse bei den Bahnhöfen beginnen.


Mehr zum Thema Bahn


Saarland
Neun Bahnhöfe sollen barrierefrei werden
Die Deutsche Bahn plant aktuell, neun weitere Bahnhöfe im Saarland barrierefrei zu machen. Das geht aus einer Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Laut Landesregierung sind hierzulande nur gut ein Viertel der Bahnhöfe barrierefrei.


Interview: Karl-Peter Naumann, Fahrgastverband Pro Bahn
"Wenn man die Bahn kaputt spart, darf man sich nicht wundern"
Warum klappt in Deutschland nicht, was in anderen Ländern kein Problem zu sein scheint: Züge, die pünktlich sind, sauber, in allen Teilen funktionsfähig und nicht ständig überfüllt. Karl-Peter Naumann von Fahrgastverband Pro Bahn fordert von der Politik mehr Unterstützung für den ÖPNV.


Kommentar
"Die Prioritäten müssen sich ändern"
Warum klappt in Deutschland nicht, was in anderen Ländern kein Problem zu sein scheint: Züge, die pünktlich sind, sauber, in allen Teilen funktionsfähig und nicht ständig überfüllt. Eines jedenfalls ist klar: Die Politik kann nicht so tun, als hätte sie mit der Misere nichts zu tun. Ein Kommentar von Stephan Deppen

Über dieses Thema wurde auch in der "Rundschau" am 28.12.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Artikel mit anderen teilen