Rainer Rupp alias Topas an seinem 70. Geburtstag  (Foto: SR/Gabor Filipp)

Die Verhaftung des Top-Spions "Topas"

Gabor Filipp   30.07.2018 | 16:55 Uhr

Vor 25 Jahren, am 30. Juli 1993, schnappte die Falle zu im rheinland-pfälzischen Saarburg. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräfte umstellte ein Haus, um den einstigen Top-Spion des Warschauer Paktes zu verhaften: Rainer Rupp, Deckname "Topas". Geboren in Saarlouis, aufgewachsen zunächst in Schwalbach, 1968 als Student von der Hauptverwaltung Aufklärung/HVA der Staatssicherheit in Ost-Berlin angeworben und dann dort als Spion ausgebildet, fand er den Weg ins Innerste des NATO-Hauptquartiers in Brüssel.

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"Topas" - der Top-Spion aus dem Saarland
Audio [SR 3, Gabor Filipp, 30.07.2018, Länge: 03:17 Min.]
"Topas" - der Top-Spion aus dem Saarland

Rainer Rupp alias Topas belieferte unter anderem den Kreml mit geheimsten Informationen aus der Brüsseler NATO-Zentrale. Die Sowjet-Union war so stets bestens mit den strategischen Details des westlichen Verteidigungsbündnisses vertraut. Nach dem Fall der Mauer flog der hochgeschätzte NATO-Mitarbeiter und Ost-Spion auf. Rainer Rupp erhielt zwölf Jahre, war tatsächlich sieben Jahre hinter Gittern. Die meiste Zeit saß er in der JVA Saarbrücken ab, die letzten Monate im offenen Vollzug in Saarlouis. Seine Frau Ann Christine - Deckname „Türkis“ - arbeitete für die Hauptverwaltung Aufklärung der DDR. Ihre Strafe: 22 Monate wegen schweren Landesverrats.

Bis zu seinem 13 Lebensjahr war Rainer Rupp im Saarland, bis er mit seiner Mutter nach Saarburg zog, wo er sein Abitur machte. Es folgte das Studium der Volkswirtschaft mit Examen in Bonn. Da arbeitete er schon für den DDR-Auslandsgeheimdienst, als Student angeworben in Mainz.

Rupp sieht bis heute seine Spionage als friedenssichernd

1977 kam Rupp in die politische Abteilung des NATO-Wirtschaftsdirektorats, hatte ab da Zugang zu Top-Secret-Unterlagen, nutzte Minikameras und Geheimschrift, schickte alles per Kurier nach Ost-Berlin. Ein Verrat, den er auch im Nachhinein nicht bereut. Er habe den Frieden sicherer gemacht habe, da durch den Wissenstand über die Absichten auch der jeweils anderen Seite übertriebene Reaktionen verhindert worden seien, so dass aus dem kalten Krieg kein heißer wurde.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 30.07.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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