Romani Rose, Vorsitzender des  Zentralrats deutscher Sinti und Roma (Foto: dpa)

Romani Rose: "Auf der politischen Ebene viel erreicht"

Frank Hofmann; Onlinefassung: Laszlo Mura   08.04.2022 | 07:04 Uhr

Seit 1990 wird am 8. April der Internationale Tag der Sinti und Roma gefeiert. Dass dieser Tag auch wirklich wahrgenommen wird, ist in Deutschland das Verdienst von Romani Rose. Er ist Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, den er 1982 auch selbst gegründet hat – um den Sinti und Roma Rechte zu erkämpfen, die ihnen verweigert wurden.

Bereits viel Erreichtes

Romani Rose: "Auf der politischen Ebene viel erreicht"
Audio [SR 3, Frank Hofmann, 08.04.2022, Länge: 03:06 Min.]
Romani Rose: "Auf der politischen Ebene viel erreicht"

Wenn sich Romani Rose vor Augen führt, wo er vor 40 Jahren angefangen hat, kann er eine positive Bilanz ziehen: "Wir haben auf der politischen Ebene viel erreicht." Zum Beispiel wurde die Ermordung der 500.000 Sinti und Roma in NS-besetzen Europa am 17. März 1982 vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt als Völkermord anerkannt. Außerdem seien Sinti und Roma als nationale Minderheit anerkannt, womit ihnen Schutz und Förderung garantiert sei.

Was noch passieren muss

Die Bundesrepublik Deutschland schreite in Europa zwar vorbildhaft voran im politischen Umgang mit Sinti und Roma, sagt Romani Rose. Trotzdem hielten sich in der Gesellschaft noch viele Vorurteile und Klischees. Eine Untersuchung der Antidiskriminierungsstelle in Berlin habe nochmal festgestellt, "dass Sinti und Roma als Arbeitskollegen und Nachbarn abgelehnt werden", so Rose.

Das sei vor allem im Kontext der deutschen Geschichte erschreckend. "Heute geht es nicht mehr darum, mit der Erinnerung Schuld zu übertragen", stellt Rose klar. Viel wichtiger sei es, aufzuklären, Bewusstsein zu schaffen und Verantwortung zu übernehmen.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 08.04.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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