Ministerpräsident Tobias Hans bei der Homburger Tafel (Foto: SR/Patrick Wiermer)

Ministerpräsident Hans auf Stippvisite bei der Tafel

Patrick Wiermer   04.02.2019 | 16:45 Uhr

Viele sind froh, dass es sie gibt. Gleichzeitig wünschen sich viele, dass man sie eigentlich nicht braucht: die Tafeln im Saarland. Am 4. Februar hat Ministerpräsident Tobias Hans die Homburger Tafel besucht und selbst mit angepackt. Doch mit anpacken allein ist es nicht getan: Die Tafel hat mit vielen Herausforderungen zu kämpfen.

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Stippvisite bei der Homburger Tafel
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 04.02.2019, Länge: 03:06 Min.]
Stippvisite bei der Homburger Tafel

Zwei Mitarbeiter der Homburger Tafel stapeln leere Kisten in einen Lkw. Diesmal war die Ausbeute gut, die Regale sind gut gefüllt. Die Ware verteilen darf an diesem 4. Februar auch Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).

Die Situation an der Homburger Tafel ist zurzeit eher entspannt. Mit den rund 1800 Bedürftigen pro Woche kommt sie im Moment gut klar.Auch andere Tafeln im Saarland - so zum Beispiel in St. Wendel oder Neunkirchen - melden Entspannung. Der große Druck aus dem vergangenen Jahr ist offenbar vorbei. Nichtsdestotrotz bleibt die Situation für viele Menschen weiterhin schwierig.

Hans für Lebensleistungsrente und Hartz IV-Anpassung

Das Schicksal von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und trotzdem nicht genügend Geld zum Leben hätten, das treibe ihn um, sagt Hans. Es sei wichtig, das Thema "Lebensleistungsrente" nun anzupacken. Zudem müsse die Grundsicherung durch Hartz IV an die jeweiligen Lebenshaltungskosten angepasst werden. Dabei dürfe allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass sich dies beliebig erhöhen ließe.

Neben Lebensleistungsrente und Grundsicherung sei es aber auch wichtig, gute Jobs zu schaffen. So brauche zum Beispiel der IT-Standort neben den Hochqualifizierten auch einen funktionierenden Dienstleistungssektor.

Tafeln mit reinem Ehrenamt am Limit

Eine verstärkte Förderung der Tafeln ist für Hans nicht der richtige Weg. Die Tafeln sollten gemeinnützig und ehrenamtlich bleiben. Doch das ist für die Tafeln nicht so ganz einfach. Die Saarbrücker Tafel beispielsweise versorgt etwa rund 4000 Haushalte und ist damit am Limit. Neuaufnahmen gibt es nur noch in Notfällen. Einer der Hauptgründe: Es wird immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden. Das sieht auch Roland Best von der Homburger Tafel so. "Wir stehen an einem Wendepunkt. Wir müssen uns jetzt teilweise professionalisieren. Das Ehrenamt kann nur bis zu einem gewissen Grad die Arbeit leisten." Best wünscht sich deshalb eine regelmäßige Förderunge durch die öffentliche Hand.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 04.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.