Ein Heizöllieferant hält die Zapfpistole eines Tanklasters in der Hand (Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)

Welche Entlastung gibt es für Heizöl-Kunden?

Studiogespräch: Janek Böffel/Oliver Buchhholz   18.08.2022 | 13:00 Uhr

Der Gaspreis ist zurzeit in aller Munde - nicht zuletzt wegen der Gasumlage. In gut einem Drittel der saarländischen Haushalte wird aber noch mit Öl geheizt, und auch der Heizölpreis ist in die Höhe geschnellt. Warum das so ist und welche Maßnahmen es gibt, auch für diese Haushalte eine Explosion der Energiekosten zu dämpfen, fasst SR-Reporter Oliver Buchholz im Studiogespräch zusammen.

Am 18. August hat die Bundesregierung bekannt gegeben, dass zur Abdämpfung der Kosten durch die Gasumlage die Mehrwertsteuer auf Gas von 19 auf sieben Prozent gesenkt wird. Doch es kommt ja nicht nur Gas als Energieträger zum Einsatz. Im Saarland wird beispielsweise zu 32 Prozent noch mit Öl geheizt. Und auch hier sind die Preise in die Höhe geschnellt.

Wer derzeit 3000 Liter tanken will, muss etwa 2000 Euro mehr zahlen als noch vor einem Jahr. Aktuell liegt der Ölpreis im Saarland - leicht unter dem Bundesdurchschnitt - bei 155 Euro pro 100 Liter Öl.

Warum ist der Ölpreis so hoch?

40 Prozent des Öls, das in Deutschland zu Heizöl verarbeitet wird, kommt aus Russland. Bis Jahresende will die EU die russischen Ölimporte um 90 Prozent kappen - als Sanktion wegen des Ukrainekrieges. Das Rohöl wird an der Börse gehandelt, und dort geht nun die Angst um, dass Russland nicht nur den Gashahn, sondern auch seinerseits vorzeitig den Ölhahn abdrehen könnte. Hinzu kommen Sorgen wegen möglicher Transportprobleme. Öl wird häufig per Schiff und auf der Schiene transportiert. Auf dem Rhein herrschen jedoch zurzeit niedrige Pegelstände wegen der Trockenheit und hinzu kommt noch der allseits verbreitete Personalmangel.

Welche Entlastungen gibt es für Heizöl-Kunden?

Die Entlastungen, die die Bundesregierung schon verabschiedet hat, gilt für alle. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang: die Energiepreispauschale. 300 Euro gibt es für jede und jeden, egal mit was geheizt wird. Voraussetzung ist, dass in diesem Jahr Einkünfte erzielt wurden. Das Geld wird im September ausgezahlt beziehungsweise mit der Einkommenssteuer verrechnet.


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Ein Thema in der "Region am Mittag" am 18.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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