Streichert-Clivot: "Das Auflassen der Schulen und Kitas hat für mich oberste Priorität"

"Das Auflassen der Schulen und Kitas hat für mich oberste Priorität"

Interview: Simin Sadeghi   23.10.2020 | 12:15 Uhr

Am 26. Oktober geht im Saarland die Schule wieder los. Und natürlich machen sich Schüler, Eltern und Lehrer Gedanken wegen der aktuell hohen Infektionszahlen. Das Bildungsministerium hat nun die Maskenpflicht an den Schulen erweitert. Dazu im SR-Interview: die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot.

Maskenpflicht im Unterricht

Auch im Unterricht Mund-Nasen-Schutz
Maskenpflicht an Schulen wird ausgeweitet
Nach den Herbstferien müssen Schüler ab der Klassenstufe 10 sowie Schüler der Berufsschulen auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt massiv an, die Schutzmaßnahmen werden verschärft - auch an den Schulen. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise gilt für alle Schüler ab der 5. Klasse eine Maskenpflicht im Unterricht. Auch im Saarland müssen nun die Schüler im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen, allerdings erst ab der 10. Klasse. Der Hintergrund sei, dass die älteren Schüler viel mehr eigenen Freizeitaktivitäten nachgingen als die Jüngeren und somit das Risiko bei ihnen größer sei, sich außerhalb der Schule mit dem Virus zu infizieren, sagt die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD).

Keine Maskenpflicht für Lehrer

Für die Lehrer im Saarland gibt es dagegen aktuell keine Maskenpflicht im Unterricht. Lehrer könnten sich im Klassenzimmer in der Regel so bewegen, dass der notwenige Abstand eingehalten werden könne, sagt Streichert-Clivot. Zudem gebe es einfach Unterrichtssituationen, in denen es wichtig sei, dass das Gesicht des Lehrers deutlich zu sehen sei - zum Beispiel beim Sprachunterricht.

Wenn für Lehrer das Abstandhalten im Unterricht nicht möglich sei, "dann empfehlen wir dringend das Tragen einer Maske, und das wurde von vielen Lehrerinnen und Lehrern vor den Herbstferien ja auch getan", so die Bildungsministerin.

Wenn ein Fall auftritt

Neben den Hygienemaßnahmen sei vor allem eine schnelle Kontaktnachverfolgung und Intervention das A und O im Kampf gegen Corona, so Streichert-Clivot. Die Schule sei ein Ort, in dem sehr schnell Kontakte nachverfolgt werden können. An der Schule wisse man, wer mit wem wann in Kontakt war und so sei dann auch eine schnelle Intervention möglich.

Schulen und Kitas sollen offen bleiben

Am Donnerstag hatte bereits Ministerpräsident Hans Schulschließungen im Saarland vorerst ausgeschlossen. Und auch Streichert-Clivot spricht sich gegen einen erneuten Lockdown der Schulen aus. Im März sei die Schulschließung angemessen gewesen, "aber inzwischen haben wir Hygienekonzepte und eingespielte Umgangsweisen in den Schulen." Es gebe die Pflicht des Staates, ein gutes Bildungsangebot zu machen - auch in der Pandemie. Deshalb habe für sie "das Auflassen der Schulen und Kitas die oberste Priorität."


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