Saarbrücker Messe- und Kongresszentrum: Stand der Dinge

Wie ist der Stand der Dinge bei dem städtebaulichen Großprojekt?

Stephan Deppen   08.04.2022 | 16:25 Uhr

Das neue Messe-, Kongress- und Kulturzentrum in Saarbrücken - jahrelang wurde erst über einen geeigneten Standort diskutiert und dann über das Wie. Seit 2021 steht nun fest: Der Bund beteiligt sich finanziell, sofern nicht nur ein Messe- und Kongresszentrum gebaut, sondern auch städtebaulich für Saarbrücken etwas Neues geschaffen wird. Seit Monaten aber hört man nichts mehr darüber - dabei drängt die Zeit.

Es geht um ein neues Messe-, Kongress- und Kulturzentrum und eine städtebauliche Aufwertung Alt- Saarbrückens mit Anbindung über die Saar hinweg. Also um mehr als nur ein neues Messezentrum.

Viel Geld vom Bund

100 Millionen Euro sind veranschlagt, die Hälfte kommt vom Bund, 40 Million vom Land, zehn Millionen der Anteil der klammen Landeshauptstadt. Viel Geld, viel Anspruch, viel Zeitdruck. Denn bis Ende 2026 muss alles abgerechnet sein. Seit Monaten aber herrscht Schweigen.

Die Zuständigkeiten

Die Planungshoheit liegt bei der Landeshauptstadt, für das Messezentrum ist die Messegesellschaft CCS zuständig. Für ein Interview sieht die CCS keinen Anlass, Fragen werden nur knapp schriftlich beantwortet: "Wie bei allen Großprojekten und einer solchen Vielzahl von Beteiligten muss sich die Zusammenarbeit zu Beginn des Projektes noch einspielen", lässt CCS Geschäftsführer Hoppstädter schriftlich mitteilen.

Ausschreibungen

Für das Teilprojekt "Messe" sieht sich aber auch durchaus das Land in der Verantwortung. "Wir haben großes Interesse daran, dass es jetzt auch zeitnah in die Umsetzung geht", so Staatssekretär Jürgen Barke.

Zeitnah heißt konkret, dass in dieser Woche Ausschreibungen zur Planung von Messe-Kongress- und Kulturzentrum sowie dessen Umfeld veröffentlicht werden, "so dass wir dann auch sehr zeitnah wissen, wer die Partner sind, mit denen diese städtebaulichen Planungen am Ende in die Umsetzung gebracht werden", sagt Barke.

Weitere Vorhaben

Insgesamt elf Straßen sollen aufgewertet werden - mit mehr Grün und mehr Raum für Fahrräder. Eine neue Fußgängerbrücke über die Saar steht nicht mehr zur Debatte, ein Parkhaus dort, wo jetzt der Saartoto- Parkplatz ist, aber sehr wohl. Dies sei aber kein Projekt, dass im Rahmen des Städtebauprojektes aus diesen öffentlichen Mitteln gefördert und realisiert werde, sagt der Staatssekretär.

Wie das verkehrstechnisch in das Saarbrücker Verkehrskonzept eingebunden wird, ist offen. Barke appelliert aber an den Rat der Landeshauptstadt, die Dinge zügig zu entscheiden.

Die Uhr läuft

Viel wird jetzt davon abhängen, was die Planer vorlegen und ob darüber zügig befunden werden kann. Denn die Zeit drängt. Und CCS- Geschäftsführer Hoppstädter mag sich auf den Termin Ende 2026 noch nicht festlegen lassen, wie er schreibt: "Das hängt von vielen Faktoren ab und daher kann dazu - Stand heute - in Bezug auf das Teilprojekt 21 Mess-Kongress-und Kulturzentrum noch keine Aussage getroffen werden."

Staatssekretär Barke aber gibt sich optimistisch, das der Zeitplan eingehalten werden kann und auch wird. Er glaubt: "Wenn man eine Chance hat, so viele Bundesmittel zusätzlich in der Landeshauptstadt verbauen zu können, wird sich niemand erlauben wollen, solche Fehler zu machen, dass es am Ende nicht funktioniert."

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 0.04.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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