Informationsveranstaltung (Foto: pixabay)

Vom Hochofen in den Führerstand

Karin Mayer   21.02.2020 | 16:30 Uhr

Der Stellenabbau in der Stahlindustrie hat begonnen. Fast 500 befristete Verträge laufen aus. Zum ersten März startet eine Transfergesellschaft für die Betroffenen. Der private Bahnanbieter Vlexx will nun Stahlarbeiter zu Lokführern ausbilden. Karin Mayer hat einige von ihnen getroffen.

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Vom Hochofen in den Führerstand
Audio [SR 3, Karin Mayer, 21.02.2020, Länge: 03:05 Min.]
Vom Hochofen in den Führerstand

Viele haben sichere Jobs aufgegeben, bevor sie zu Saarstahl und Dillinger gewechselt sind. Dort hatte man ihnen unbefristete Arbeitsplätze zugesagt. Doch mit dem Dauerjob wird es nun nichts, und die Enttäuschung ist natürlich groß.

Ein eigener Kurs für die Stahlarbeiter

Laura Bönsch - Mitarbeiterin in der Personalabteilung des privaten Bahnunternehmens Vlexx - will gemeinsam mit der Transfergesellschaft PIS nun einen eigenen Lokführer-Kurs für ehemalige Stahlbeschäftigte starten. Für die Teilnehmer stünden dabei die Chancen auf eine Dauereinstellung gut, sagt Bönsch. "Alle Leute, die bei uns die Ausbildung bestehen, kriegen einen befristeten Arbeitsvertrag."

Die Teilnehmer müssen an einer medizinischen und psychologischen Tauglichkeitsuntersuchung teilnehmen, die von einem Bahn-Arzt durchgeführt wird. Die Ausbildung selbst dauert dann neun Monate und endet mit Abschlussprüfungen.

Personalmangel bei Vlexx - Chance für Stahlarbeiter

Der Personalmangel bei der Privatbahn ist eine Chance für die ehemahligen Stahlarbeiter und bei Vlexx und PIS ist man optimistisch. "Vor ein paar Jahren war der Arbeitsmarkt noch nahezu leergefegt", sagt Theo Bilsdörfer von der Transfergesellschaft PIS. Die Stahlarbeiter nun seien qualifiziert, vergleichbar den ehemaligen Facharbeitern im Bergbau. Er habe deshalb keinerlei Bedenken hinsichtlich der Umschulung und der Durchfallquote.

Und die Stahlarbeiter selbst? Lokführer ist vielleicht nicht der Traumjob - das Interesse der Teilnehmer an der Infoveranstaltung war aber auf jedenfalls groß. Viele hatten sogar ihre Bewerbungsunterlagen schon mitgebracht. Jetzt fragen sie nach Tarifverträgen, Arbeitszeiten und Einstellungsvoraussetzungen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 21.02.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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