Schlossberghöhlen Homburg (Foto: Maria C. Schmitt)

Stadtrat verschiebt Umbaupläne für Schlossberghöhlen

mit Informationen von Steffani Balle   13.09.2019 | 12:25 Uhr

Der Homburger Schlossberg mit seinen großen Sandstein-Höhlen ist eines der touristischen Highlights im Saarland. Um den Ort attraktiver und moderner zu gestalten, hatte die Stadt umfangreiche Umbaupläne. Diese liegen nun aber vorerst auf Eis.

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Homburger Schlossberghöhlen: Stadtrat verschiebt Umbaupläne
Audio [SR 3, Steffanie Balle, 13.09.2019, Länge: 03:08 Min.]
Homburger Schlossberghöhlen: Stadtrat verschiebt Umbaupläne

Die größte Buntsandsteinhöhlen Europas muteten im Eingangsbereich an wie eine Bushaltestelle, bemängelt Stefan Mörsdorf, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Homburger Stadtrat. Dabei hat die Stadt in den vergangenen Jahren schon einiges in die Attraktivität der Höhlen investiert: Der ehemals einsturzgefährdete Bereich ist saniert und eine digitale Führung durch die Höhle installiert worden.

Aber: Der große Plan - mit Aufzug von der Altstadt zum Höhleneigang, Besucherzentrum, Baumwipfel-Pfad und ganz oben auf der Höhe ein Sky-Walk mit durchsichtiger Lauf-Fläche - wurde vom Homburger Stadtrat am 12. September vorerst verschoben.

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Mindestens zwei weitere Jahre Planungszeit

Dabei schienen fast alle Vorbereitungen abgeschlossen: Die Pläne für die Erschließung der Schlossberghöhlen liegen schon seit zwei Jahren auf dem Tisch. Die Umwelt-Prüfung ist erfolgt, die Anträge auf Zuschüsse von Land, Bund und EU sind gestellt.

Das für die Genehmigung mit zuständige Umweltministerium möchte das Gesamtprojekt aber nur dann erlauben, wenn es einen Bebauungsplan dafür gibt - und das heißt: zwei weitere Jahre Planungszeit. Damit entgehen dem Projekt aber auch die bisher genehmigten Zuschüsse, weil diese bis Ende 2023 abgerechnet sein müssten.

Kritik aus den Fraktionen

Das Projekt steht ohnehin in der Kritik bei einzelnen Fraktionen im Stadtrat. Yvette Stoppiera-Wiebelt von den Grünen fordert, man müsse sich in Homburg zunächst um andere Probleme kümmern, bevor man ein solches Projekt umsetze. Angesichts der erneuten Zeitverzögerung ist auch Stefan Mörsdorf skeptisch: Man müsse sich fragen, ob die bisherigen Planungen überhaupt umgesetzt werden können oder man ganz neu planen müsse.

Vorerst kein Bebauungsplan

Also alles wieder auf Anfang? Dem widerspricht der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Bohn. Er hält das Projekt für umsetzbar, allerdings müsse zunächst Homburg insgesamt für Besucher attraktiver gestaltet werden, um die Kosten zu decken. Sein Appell an die anderen Ratsmitglieder, doch bitte nicht so zögerlich und zaghaft zu sein, ging jedoch bei der Stadtratssitzung am 12. September ins Leere: Die Mehrheit stimmte gegen den Antrag, jetzt einen Bebauungsplan zu erstellen.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" vom 13.09.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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