Spielfiguren in den Farben schwarz, rot, gelb und grün auf einem "Mensch ärgere Dich nicht"-Spielbrett (Foto: dpa)

Was rät die Spieltheorie?

mit Informationen von Nadine Thielen   30.09.2021 | 09:14 Uhr

Was haben die anstehenden Sondierungsgespräche mit Spielen zu tun? Eine ganze Menge, zumindest, wenn man sich die Spieltheorie anschaut. Eine Theorie, in der es darum geht, wie Menschen sich verhalten, wenn sie sich entscheiden müssen. Dazu im Interview: Prof. Matthias Sutter, Verhaltensökonom am Max Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

Die Spieltheorie erforscht Entscheidungsfindungen bei Menschen und beschreibt unter anderem, wie sie selbst den größten Nutzen aus einer Situation herausziehen. Das gilt natürlich auch aktuell für die Parteien, die in die Regierung wollen: Einerseits muss man Kompromisse machen, andererseits will man natürlich so viel wie möglich für die eigene Klientel rausschlagen. Was das für die Sondierungsgespräche bedeutet, darüber haben wir mit Spieltheorie-Experten Prof. Matthias Sutter, Verhaltensökonom am Max Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn, gesprochen.

"Die Kleinen haben im Moment die besseren Karten und das liegt daran, dass eigentlich nur die Ampel und Jamaika in Frage kommen", so Prof. Matthias Sutter. Der Spieltheorie zufolge geht es ja um den größten Nutzen der einzelnen Parteien. Das Ziel der kleinen Parteien ist natürlich möglichst viel aus ihrem Programm umzusetzen. Dass sich FDP und Grüne zuerst einmal einig werden, ist laut Sutter der richtige Weg für die beiden, denn so können sie "ihr Paket an den Höchstbietenden verkaufen, SPD oder CDU."

Wenn CDU oder SPD ihre Chancen bestmöglich ausnutzen möchten, sollten sie der Spieltheorie zufolge auch miteinander sprechen, um den kleinen zu signalisieren, dass sie nicht auf sie angewiesen sind.

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Was rät die Spieltheorie den Sondierungsverhandlern?
Was rät die Spieltheorie den Sondierungsverhandlern?
Das Interview von SR-Moderatorin Nadine Thielen mit Spieltheorie-Experten Prof. Matthias Sutter, Verhaltensökonom am Max Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

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Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 30.09.2021 berichtet.

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