Baustelle des sozialen Wohnungsbaus (Foto: SR)

Sozialer Wohnungsbau stockt weiter

Patrick Wiermer   22.07.2020 | 15:53 Uhr

Immer wieder wird der Ruf nach mehr bezahlbarem Wohnraum laut - vor allem in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Mittlerweile hat dies auch die Landesregierung erkannt. Über ein Förderprogramm des Innenministeriums soll das Problem gemildert werden. Die Saarbrücker Siedlungsgesellschaft, die Tausende von Sozialwohnungen verwaltet, sieht da allerdings Verbesserungsbedarf.

Sozialer Wohnungsbau stockt weiter.
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 22.07.2020, Länge: 03:06 Min.]
Sozialer Wohnungsbau stockt weiter.

Die Saarbrücker Siedlungsgesellschaft verwaltet fast 7.000 Wohnungen. Das sind Sozialwohnungen und sogenannter „bezahlbarer“ Wohnraum. Eigentlich gebe es durchaus viel Wohnraum für kleines Geld, sagt Heinz-Peter Klein, Geschäftsführer der Saarbrücker Siedlungsgesellschaft, kurz: "Siedlung". Viele Menschen wollen aber ihr Stadtviertel nicht verlassen oder nicht in vermeintlich schlechte Gegenden ziehen.

Laut einer Studie der Hanns-Böckler-Stiftung fehlen allein in Saarbrücken Sozialwohnungen für rund 17.000 Menschen. Derzeit setzt die Siedlung vor allem auf die Sanierung des Bestands, auch mithilfe von Fördermitteln des Landes. 2018 hat das Innenministerium nämlich neue Förderprogramme für den Sozialen Wohnungsbau aufgelegt. Allerdings seien die Baupreise mittlerweile um fünf bis zehn Prozent gestiegen, sagt Klein. Um diese Mehrkosten abzufangen, gebe es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Stadt, Land und Bund müssten mehr Fördermittel locker machen, oder die "Siedlung" müsse die Mieten erhöhen.

Für Hildegard Wahl, die zweite Geschäftsführerin der "Siedlung", ist das Förderprogramm in der jetzigen Form zu starr. Viele Wohnungen der "Siedlung" könnten aufgrund ihres Zuschnitts nicht gefördert werden. Außerdem werde nicht berücksichtigt, dass die Sanierung von alten Plattenbauten wie etwa auf der Folsterhöhe deutlich teurer seien als andere Gebäude.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 21.07.2020 berichtet.

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