Wegweiser im SOS Kinderdorf Saar (Foto: SR)

Die Folgen der Pandemie für das SOS-Kinderdorf Saar

Nadja Dominik   23.06.2021 | 13:12 Uhr

Endlich dürfen die Kinder wieder in die Schule, Freunde treffen und einfach mal unbeschwert sein. Durch die Pandemie war ihnen einges zumutet worden. Auch für die Kinder im SOS-Kinderdorf bei Merzig war es keine leichte Zeit. Um ihnen trotzdem ein bisschen Normalität zu bieten, hatten sie die Betreuerinnen und Betreuer einiges einfallen lassen. Doch ganz nebenbei haben die Corona-Beschränkungen auch den Zusammenhalt gestärkt.

Das SOS-Kinderdorf Saar liegt in der Nähe von Merzig auf einem Berg am Waldrand.. Hier wohnen über 250 Kinder und Jugendliche aus besonderen Verhältnissen. Ein Dorf im Dorf sozusagen.

Wie das SOS-Kinderdorf durch die Krise kam
Audio [SR 3, Nadja Dominik, 23.06.2021, Länge: 03:20 Min.]
Wie das SOS-Kinderdorf durch die Krise kam

In den Corona-Hochzeiten war das Kinderdorf für die Außenwelt gesperrt. Trotzdem sei man gut durch die Pandemie gekommen, sagt Ariane Ahr, Erzieherin im Haus Georg. Die Situation habe alle zusammengeschweißt, sagt sie. "Jeder hat versucht, dem anderen zu helfen, wo er konnte."

Doch wie andere Familien auch, musste so einiges gestemmt werden, um den Kindern Halt und zugleich ein abwechslungsreichen Alltag zu bieten, da ihre Kontakte nach außen nicht möglich waren - auch nicht zu ihren Familien.

Sozialer Umgang muss neu geübt werden

Inzwischen ist wieder ein gutes Stück Freiheit möglich, doch die Kinder müssen nach so langer Zeit den Alltag wieder ein stückweit lernen. "Wie verhalte ich mich in der Stadt? Wie im Stadtpark mit anderen Kindern? Das sind Dinge, da merkt man: Der soziale Umgang muss einfach neu geübt werden", sagt Ahr.

Sorgen der Eltern bedrücken auch die Kinder

Das SOS- Kinderdorf Saar betreut auch Kinder und Eltern aus der Schalthaussiedlung, einem Wohngebiet mit sozial benachteiligten Familien. Auch hier merke man die Auswirkungen der Pandemie deutlich, sagt Joachim Selzer, der Leiter des Kinderdorfes. Homeschooling sei beispielsweise für viele eine Qual gewesen - auch wegen Sprachbarrieren. Hinzu sei bei vielen Eltern auch die Angst vor den finanziellen Folgen durch Corona gekommen. "Diese Anspannungen spüren die Kinder."

Kinder brauchen mehr als Masken und Homeschooling

Selzer sagt: Die Kinder sind in den letzten anderthalb Jahren sozusagen verkümmert. Er wünscht sich von der Politik sorgfältige Nachbesserung für die mögliche nächste Welle: Nur mit Homeschooling, Abstand und Maske tragen werde man der Entwicklung der Kinder nicht gerecht.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 23.06.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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