Kind mit Mundschutz und Schulranzen (Foto: picture alliance/Fotostand Schmitt)

Vor Schulbeginn am Montag

Stephan Deppen   29.04.2020 | 16:16 Uhr

Am Montag soll im Saarland der Schulunterricht wieder anlaufen. Zunächst nicht für alle, sondern für die Abschlussklassen aller Schulformen, also auch für die Viertklässler der Grundschulen. Das stößt bei vielen auch auf Skepsis. Am 30. April wollen sich Bund und Länder noch einmal kurzschließen.

Letzte Vorbereitungen und Kritik vor Schulbeginn am Montag
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 29.04.2020, Länge: 03:15 Min.]
Letzte Vorbereitungen und Kritik vor Schulbeginn am Montag

Der Schulbeginn am Montag ist ein Kraftakt, und die Vorbereitungen sind eben noch nicht abgeschlossen. "Wir haben die Rahmenbedingungen gesetzt mit dem Muster-Hygieneplan und die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitungen und auch die Schulträger arbeiten mit Hochdruck alle Themen ab", sagt Bildungsministerin Christina Streichert-Clivot (SPD). Der Musterhygieneplan sei im ständigen Austausch zwischen Ministerium, Schulträgern und -leitungen sowie Gesundheitsbehörden erstellt worden.

Dazu gehören: Alltagsmasken außerhalb des Klassenraums, Zwei-Meter Abstand zwischen Personen sowie kein Mensabetrieb, kein Sportunterreicht, keine Pausentobereien. Risikoschüler und -lehrer müssen nicht in die Schule. Die Frage, ob dieser Musterhygieneplan eingehalten werden kann, stelle sich nicht, so die Ministerin. Das sei die Vorgabe. Und doch könne es passieren, dass an irgendeiner Schule ein Infektionsfall auftrete. Die Entscheidung, eine Schule unter Quarantäne zu stellen, treffe, so Streichert-Clivot, das Ministerium nicht alleine. Maßgeblich seien da die Gesundheitsämter.

"Eingeschränktes Unterrichtsangebot"

Derzeit richten sich die Vorbereitungen erst einmal darauf, dass es dazu gar nicht erst nicht kommt. Abstand heißt die Devise, und das bedeutet, das Klassen mindestens in zwei Gruppen geteilt werden müssen. Das sei nicht machbar, sagt die Vorsitzende des saarländischen Lehrerinnen und Lehrerverbandes, Lisa Brausch, im Grundschulbereich vor allem nicht vom Personal her.

Streichert-Clivot stellt klar: Für die Schülerinnen und Schüler, die als erste wieder in die Schulen zurückkehren, sei es ein eingeschränktes Unterrichtsangebot. Auch die Kultusministerkonferenz habe bereits festgestellt, dass es das so bis zu den Sommerferien bleiben werde.

"Für die Kleinen emotional problematisch"

In diesem Punkt sieht Lisa Brausch auch emotionale Probleme für die Kleinen: "Sie dürfen nicht singen, es darf keinen Sport Unterricht gemacht werden. Sie dürfen nicht toben, und das ist dann sozusagen die letzte Erinnerungen, die sie aus ihrer Grundschulzeit mitnehmen."

Diese Herausforderungen sei ihr bewusst, sagt Bildungsministerin Streichert Clivot, gibt sich aber überzeugt, dass das pädagogisch aufgefangen werden kann. "Kinder merken ja auch, dass sich was verändert hat, das sehen sie im Moment im Einzelhandel, in den Geschäften, in Supermarkt, überall Menschen mit Masken. Ich denke, das kann man den Kindern auch sehr gut erklären und dann gemeinsam mit ihnen auch schauen, wie in der Schule umgesetzt wird."

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 29.04.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja