Schüler bei einer Abschlussprüfung (Foto: dpa/Armin Weigel)

Schüler fordern fürs Abitur 2021 eine Durchschnittsnote

Lisa Krauser   09.12.2020 | 14:02 Uhr

Corona macht es den Schülerinnen und Schülern im Saarland nicht leicht. Mal gibt es Unterricht zu Hause, mal unter erschwerten Bedingungen in der Schule. Vor allem Abschlussklassen bereitet das viel Stress. Der 18-jährige Henri ist Abiturient am Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium in Saarbrücken. Er fordert, dass die Abi-Prüfung im kommenden Frühjahr wegen der erschwerten Bedignungen nicht verpflichtend sein soll Dazu hat er eine Online-Petition gestartet.

Schüler fordern Durchschnittsnote für das Abitur
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 09.12.2020, Länge: 03:11 Min.]
Schüler fordern Durchschnittsnote für das Abitur

Henri musste wegen Quarantäne zwei Wochen lang zu Hause lernen, genauso wie seine 30 Mitschülerinnen und Mitschüler. Der Lernstoff ist bereits Abitur-Relevant. Die Prüfungen sind für Mai vorgesehen. Quarantäne, gesplittete Kurse, Unterrichtsaufall, Lernen mit Maske: Das alles mache die Prüfungsvorbeitung sehr schwierig. Die Schülerinnen und Schüler im Saarland hätten unterschiedliche Grundvoraussetzungen, sagt Henri.

Unter anderem hänge eine gute Abi-Vorbereitung davon ab, wie gut eine Schule mit dem Online-Unterricht gefahren sei. Die einen seien weiter im Stoff als andere. Hinzu kommen, so Henri, Lehrerwechsel und immer wieder Quarantäne. Es sei utopisch eine Prüfung zu erstellen, die für alle gleich gerecht sei. Deshalb fordert Henri eine optionale Abi-Prüfung. Das bedeutet: Wer die Prüfung nicht machen wolle, solle ein individuelles Durchschnittsabitur bekommen, berechnet aus den vier Zeugnisnoten der Oberstufe. Die Online-Petition mit dieser Forderung hat mittlerweile über 1200 Unterschriften.

Keine bestmöglichen Bedingungen

Das Bildungsministerium winkt jedoch ab. Solch ein Abitur würde zwar von anderen Ländern anerkannt, aber nach unten korrigiert, sagt Staatssekretär Jan Benedyczuk. Das ginge zu Lasten der Schülerinnen und Schüler, die sich seit Jahren auf die Prüfung vorbereiten, und die damit auch weiterer Zukunftschancen beraubt würden. Solange das Bildungsministerium sicherstellen könne, dass das Abitur unter den bestmöglichen Bedingungen stattfinden könne, sehe der keinen Grund, ein Durchschnittsabitur einzuführen.

Dagegen sagt Henri, die Bedingungen seien eben nicht bestmöglich. Auch deswegen, weil der Lehrplan eingedampft wurde. Oft sei unklar, was nun zum getrichenen Stoff gehöre und was nicht. Das bestätigt auch der saarländische Philologenverband. Der lehnt den Vorschlag einer optionalen Abi-Prüfung zwar ab; der Vorsitzende Marcus Hahn stimmt Henri aber zu, dass es dringend klare Vorgaben vom Ministerium brauche.

Abiprüfung soll 2021 verpflichtend sein

Dazu meint Staatssekretär Benedyczuk, die Schulen seien schon zu Beginn des Schuljahres über die Prüfungsinhalte in den einzelnen Fächern informiert worden. Man nehme den Hinweis aber auf und werde bei Unsicherheiten nochmal auf die Schulen zugehen. Klar ist aber, so Benedyczuk: Die Abiturprüfung 2021 soll verpflichtend stattfinden. Dass seine Petition keine Aussicht auf Erfolg hat, damit hatte Henri gerechnet. Ihm gehe es vor allem darum, meint er, auf das Problem aufmerksam zu machen. Dieses Ziel hat er zumindest erreicht.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 09.12.2020 berichtet.

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