Wahlveranstaltung der SPD (Foto: SR)

Die Bundestagswahl in der Analyse

Carolin Dylla   27.09.2021 | 07:30 Uhr

Die SPD hat bei der Bundestagswahl im Saarland alle vier Direktmandate geholt. Und auch beim Zweitstimmen-Ergebnis liegen die Sozialdemokraten laut dem vorläufigen Wahlergebnis klar vor der CDU. Die politischen Karten in Deutschland und im Saarland sind neu gemischt.

Nadine Thielen hat mit SR 3-Reporterin Carolin Dylla über den Ausgang der Wahl aus saarländischer Sicht gesprochen.

SPD gewinnt alle Direktmandate

Im Saarland konnten alle Direktkandidaten der SPD ihre Wahlkreise für sich gewinnen: Bundesaußenminister Heiko Maas in Saarlouis, Josephine Ortleb in Saarbrücken, Christian Petry in St. Wendel und Esra Limbacher in Homburg.

Bundestagswahl: Analyse der saarländischen Ergebnisse
Audio [SR 3, (c) SR Janek Böffel / Carolin Dylla , 27.09.2021, Länge: 03:03 Min.]
Bundestagswahl: Analyse der saarländischen Ergebnisse

Bedeutet für die CDU: Markus Uhl, Nadine Schön und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier konnten ihre Mandate nicht halten. Altmaier konnte aber noch über Platz zwei der CDU-Landesliste in den Bundestag einziehen. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer als Listenplatzerste natürlich auch. Sie war in Saarbrücken gegen Josephine Ortleb (SPD) angetreten.

Bei den kleinen Parteien, also Linke, FDP und AfD steht noch nicht abschließend fest, welche Abgeordneten über die Landeslisten in den Bundestag einziehen werden. Für Oliver Luksic von der FDP und Christian Wirth von der AfD dürfte es aber gereicht haben, schätzt SR 3-Reporterin Carolin Dylla.

Enttäuschung bei der CDU, Freude bei der SPD

"Wir haben die Wahl verloren. Und deswegen haben wir hier keine Ansprüche zu stellen."
Audio [SR 3, Gerd Heger, 27.09.2021, Länge: 03:30 Min.]
"Wir haben die Wahl verloren. Und deswegen haben wir hier keine Ansprüche zu stellen."

Nachdem sich im Laufe des Abends abzeichnete, dass die Wahl für die CDU alles andere als optimal gelaufen ist, machte sich Ratlosigkeit breit, so der Eindruck von Carolin Dylla. Sie spricht von ernsten Gesichtern mit teilweise ausdruckloser Miene. Es habe so gewirkt, als hätte mit dem Ergebnis tatsächlich niemand gerechnet.

Kommentar: "Von Demut keine Spur"
Audio [SR 3, (c) SR Michael Thieser , 27.09.2021, Länge: 03:03 Min.]
Kommentar: "Von Demut keine Spur"

Ein wenig ungläubig wirkten wohl auch die Mitglieder der SPD auf ihrer Wahlveranstaltung. Aber aus anderem Grund: Mit einem so guten Ergebnis hatten sie wohl nicht gerechnet. Landeswirtschaftsministerin Anke Rehlinger sprach von einem "Erdrutschsieg" für die SPD.

Wie kam es zu dem deutlichen Ergebnis?

Die SPD hat sicher vom Bundestrend profitiert, erklärt Carolin Dylla. Das schlägt sich vor allem im Zweitstimmen-Ergebnis nieder. Aber die SPD hat auch bei den Erststimmen zugelegt. Außerdem dürften viele Grünen-Wähler auch für die SPD gestimmt haben. Die Grünen hatten keine eigene Landesliste und konnten demensprechend mit der Zeitstimme im Saarland nicht gewählt werden.

Die CDU hat bei Erst- und Zweitstimmen deutliche Verluste eingefahren. Allerdings haben die Christdemokraten bei den Erststimmen deutlich besser abgeschnitten als bei den Zweitstimmen. Das deutet laut SR-Landespolitik-Reporterin Carolin Dylla darauf hin, dass es nicht unbedingt die Unzufriedenheit mit den saarländischen Kandidatinnen und Kandidaten an sich war, die den Ausschlag für das Resultat gegeben hat.

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Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 27.09.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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