Homeoffice Arbeitsplatz (Foto: Pixabay / Bellahu123)

Diskussion über Rechtsanspruch auf Homeoffice

Karin Mayer   05.10.2020 | 16:30 Uhr

In Zeiten von Corona haben viele von zuhause aus gearbeitet, um Ansteckungen zu vermeiden. Damit bekommt ein Projekt von Bundesarbeitsminister Heil Rückenwind, das er schon länger angekündigt hat: ein Rechtsanspruch auf Homeoffice. 24 Tage im Jahr sollen Beschäftigte künftig von zuhause aus arbeiten können, so sein Plan. Die Reaktionen darauf fallen unterschiedlich aus - auch im Saarland.

Die Position der Arbeitskammer

Für Beatrice Zeiger von der Arbeitskammer des Saarlandes ist der Rechtsanspruch auf Homeoffice ein richtiger Schritt. Es sei ein Vorteil für Arbeitgeber und Beschäftigte. Arbeitnehmer könnten beispielsweise lange Anfahrten zur Arbeit sparen. Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Heil lege bisher aber nur eine Untergrenze für mobiles Arbeiten fest. Nötig sei auch eine Obergrenze. Sobald Arbeitnehmer regelmäßig zuhause arbeiten, müsse der Arbeitgeber einen vollständigen Arbeitsplatz in der Wohnung des Arbeitnehmers einrichten.

Diskussion um Homeoffice-Gesetz
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.10.2020, Länge: 02:40 Min.]
Diskussion um Homeoffice-Gesetz

Die Position der Gewerkschaft

Thomas Müller von verdi Rheinland-Pfalz Saarland sagte dem SR, es reiche nicht, über einen Rechtsanspruch für mobiles Arbeiten zu sprechen. Auch das Wie müsse geregelt werden. Arbeitsplätze zuhause müssten ordnungsgemäß ausgestattet werden.

Was Unternehmer vom Homeoffice halten
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.10.2020, Länge: 03:29 Min.]
Was Unternehmer vom Homeoffice halten

Die Position der Arbeitgeber

Pro und Contra Rechtsanspruch auf Homeoffice
Audio [SR 3, Karin Mayer, 05.10.2020, Länge: 02:58 Min.]
Pro und Contra Rechtsanspruch auf Homeoffice

Martin Schlechter von der Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände lehnt einen Rechtsanspruch auf Homeoffice dagegen ab. Homeoffice sei ein Instrument, das in Unternehmen gut funktioniere, aber nicht überall gleich gut. Deshalb sei es eine schlechte Idee, daraus eine Vorschrift für alle zu machen.

Zur regulär eingerichteten Arbeitsplätzen im Homeoffice sagte Schlechter, es sei eine Kostenfrage, ob Unternehmen künftig zwei Arbeitsplätze für ihre Beschäftigten einrichten müssten. Aktuell brauchten die Betriebe aber ihre Reserven, um die Corona-Krise zu überstehen. 


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Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 05.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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