Eine Pflegerin geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor. (Foto: Christoph Schmidt/dpa)

Eigenanteil im Saarland überdurchschnittlich

mit Informationen von Nadine Thielen   25.08.2020 | 13:13 Uhr

Für viele Familien ist es schon seit langem kaum finanziell zu stemmen, wenn die Älteren plötzlich Pflege brauchen. Aber so wie es aussieht, gehen diese Kosten trotzdem weiter nach oben: Nach aktuellen Zahlen des Verbands der Ersatzkassen müssen Familien für die Pflege eines Angehörigen im Altenheim im deutschlandweiten Schnitt mittlerweile einen Eigenanteil über 2000 Euro im Monat zahlen. Im Saarland sind es noch mehr: 2346 Euro!

Der Eigenanteil für Pflegekosten ist im Saarland überdurchschnittlich hoch, wieso, dazu muss man die Zusammensetzung dieser Kosten kennen: Von den 2346 Euro im Monat entfallen über 900 Euro auf Pflegkosten. Darin enthalten sind Personalkosten und Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Was die Gesamtkosten im Saarland aber hochtreibt, so Christiane Rock, Expertin für Pflegepolitik vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, sei der Anteil für Investitionskosten, der hierzulande bei 500 Euro liege. "Diese Kosten entstehen, weil sich die Länder der Verantwortung für Modernisierung und Instandhaltung entzogen haben und dieses Versäumniss nun auf die Pflegebedürftigen umgelegt wird", so Rock weiter.

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"Auch wer ein Leben lang gearbeitet hat, kann sich Pflege nicht leisten"
"Auch wer ein Leben lang gearbeitet hat, kann sich Pflege nicht leisten"
SR-Moderatorin Nadine Thielen hat mit Christiane Rock, Expertin für Pflegepolitik vom Verbraucherzentrale Bundesverband, gesprochen.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 25.08.2020 berichtet.

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