Auf einem Schild werden PCR-Tests beworben. (Foto: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Noch Unklarheit bei Priorisierung von PCR-Tests

Interview: Dorothee Scharner/Onlinefassung: Axel Wagner   25.01.2022 | 16:26 Uhr

Die Spitzen von Bund und Ländern hatten sich am Montag bei der Ministerpräsidentenkonferenz darauf verständigt: Klinikpersonal und Risikopatienten sollen künftig Vorrang bei PCR-Tests bekommen. Die Details müssen aber noch festgelegt werden. Vergangene Woche wurden im Saarland 33.000 PCR-Tests untersucht - laut Schnabel das Maximum des Möglichen.

Bei ihrer Runde am Montagabend haben sich die Ministerpräsidenten der Länder mit dem Bund auf eine neue Priorisierung bei den PCR-Tests verständigt. Klinikpersonal und vulnerable Gruppen sollen künftig Vorrang haben. Wer für einen PCR-Test berechtigt ist, soll dann mittels des Dienstausweises oder einer Arbeitgeberbescheinigung geprüft werden können.

Kliniktests schon jetzt vorrangig

Die entsprechenden Regelungen müsse der Bund in seiner Testverordnung nun festlegen, erklärte Bernd Schnabel vom saarländischen Gesundheitsministerium gegenüber dem SR. „Es ist aber schon jetzt so, dass wichtige Untersuchungen, die zeitkritisch sind, in den Laboren vorgezogen werden.“ Erkannt werde das anhand des Absenders. Schickt beispielsweise eine Klinik einen PCR-Test ein, werde dieser vorrangig behandelt, so Schnabel.

33.000 PCR-Tests im Saarland

Gesundheitsministerium: "33.000 PCR-Tests pro Woche ist das Maximum "
Audio [SR 3, Interview: Bernd Schabel, 25.01.2022, Länge: 06:32 Min.]
Gesundheitsministerium: "33.000 PCR-Tests pro Woche ist das Maximum "

Die Zahl der PCR-Testungen im Saarland hat Schnabel zufolge in den letzten Wochen deutlich zugenommen. Vergangene Woche seien 33.000 PCR-Tests untersucht worden. „Das ist auch das Maximum dessen, was die Labore leisten können.“ Viel Luft nach oben sei nicht mehr. Die Labore arbeiteten mit voller Kapazität und hätten ihren Maschinenpark erweitert.

Eingespart werden sollen PCR-Tests möglichst bei der Freitestung nach einer Quarantäne. Die soll dann über einen qualifizierten Antigen-Schnelltest in einem Testzentrum erfolgen. Um positive Antigen-Tests zu bestätigen oder vulnerable Gruppen und Ältere zu testen, sollen weiterhin PCR-Tests zum Einsatz kommen.

Infektionsrate soll weiter über PCR-Tests ermittelt werden

Im saarländischen Gesundheitsministerium hält man trotz der bekannten Kritik an den Schnelltests fest. Die Testzentren dürften nur solche Tests einsetzen, die die Qualitätsnormen erfüllen, so Schnabel

Die Infektionsrate soll vorerst weiter über die Bestätigung mit PCR-Tests ermittelt werden. „Diese Schiene soll noch so lange es geht aufrechterhalten werden“, sagte Schnabel. „Wenn das nicht mehr passiert, ist die Frage, wie positive Antigentests an das Robert-Koch-Institut übermittelt werden. Das ist bislang nicht geklärt.“

An den kostenpflichtigen PCR-Tests, etwa für Reisende, soll sich laut Gesundheitsministerium vorerst nichts ändern. Hier sei die Nachfrage sehr gering, so Schnabel. Auch sei nichts über eine Einstellung dieser Angebote bekannt.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 25.01.2022 berichtet.

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