Der elektronische Personalausweis (Foto: dpa - Bildfunk)

Passfotos von Fotografen weiter erlaubt

  17.01.2020 | 12:38 Uhr

Passfotos müssen zukünftig wohl doch nicht zwingend im Bürgeramt aufgenommen werden. Nach heftiger Kritik von Fotografen und Verbänden soll ein entsprechender Gesetzesplan des Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) nun doch nicht umgesetzt werden.

Mit der Neuregelung wollte das Bundesinnenministerium Pässe und Ausweise fälschungssicherer machen. Das Ministerium befürchtet etwa Bildmanipulationen wie "Morphing", bei dem mehrere Gesichter zu einem verschmolzen werden können. Nachdem unter anderem Fotohändler das Vorhaben aus Angst vor finanziellen Einbußen scharf kritisiert hatten, rudert das Ministerium nun aber zurück.

Ministerium will Manipulation vorbeugen

Statt nur noch in den Behörden aufgenommene Fotos zu erlauben, sollen die Bürger selbst entscheiden dürfen, ob sie ihre Passfotos in der Behörde oder in einem Fotogeschäft anfertigen lassen wollen. Das Ministerium sucht derzeit noch nach einer Möglichkeit, trotzdem Manipulationen vorzubeugen. Denkbar wäre etwa eine direkte Übertragung der Passfotos zum Bürgeramt.

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) begrüßt die Entscheidung des Bundesinnenministeriums: "Keine Ahnung, warum man überhaupt erst solche Ankündigungen in die Welt setzt, die die Fotografen und kleineren Fotoläden nur verunsichern."

Insgesamt sind den deutschen Sicherheitsbehörden nach Angaben des Innenministeriums drei Fälle von gemorphten Lichtbildern in Reisedokumenten bekannt – in einem Fall ging es um einen deutschen Reisepass. Bis zum 28. Januar können die Bundesländer und Verbände noch zu dem Gesetzentwurf Stellung nehmen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.01.2020 berichtet.

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