Eine Frau wird von einer Pflegerin betreut (Foto: picture alliance/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Osteuropäische Pflege-Hilfe in Deutschland bricht ein

Patrick Wiermer   25.03.2020 | 06:52 Uhr

Wieder Grenzkontrollen und Einreisesperren in Europa führen auch dazu, dass immer weniger Pflegekräfte aus Osteuropa nach Deutschland einreisen. Viele Familien habe meist polnische Pflegerinnen. Die Corona-Krise hebelt dieses System gerade aus.

Handtuch über einem Toilettenstuhl neben einem Bett.
Audio [SR 3, Patrick Wiermer , 25.03.2020, Länge: 04:02 Min.]
Handtuch über einem Toilettenstuhl neben einem Bett.

Schätzungen gehen von 300.000 Betreuungskräften im häuslichen Bereich aus, die aus Osteuropa kommen. Herunter gebrochen auf das Saarland wären das etwa 3500. Verlässliche Zahlen fehlen aber. 90 Prozent der Pflegehilfen sind angeblich illegal beschäftigt. Ohne genaue Zahlen können die zuständigen Stellen auch keine geeigneten Maßnahmen treffen.

Der Landespflegebeauftragte Jürgen Bender schlägt vor, das Beschäftigungsmodell zu ändern. Bis Ostern sei die derzeitige Pflege noch gesichert, danach werde es schwierig. Der Sprecher des Verbandes der häuslichen Betreuung und Pflege, Frederic Seebohm, fordert zudem kurzfristige Lösungen. Weiterhin brauche es schnelle Grenzübertritte für Pflegekräfte ähnlich, wie es für Saisonkräfte gehandhabt werde. Außerdem müssten die Betreuungspersonen überzeugt werden, trotz Corona länger in Deutschland zu bleiben. Sonst drohe ein Versorgungsnotstand.

Die andere Alternative wäre das Heim. Jürgen Bender befürchtet dann einen Zusammenbruch der Heimbetreuung.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 25.03.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


0 Kommentare

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja